Die Fraktion Freie Wähler im Landkreis Esslingen
bringt in der letzten Sitzung des Kreistags am 18.
April folgenden Antrag ein:
Der Landkreis Esslingen fordert die Landesregierung
auf, die Region Stuttgart in angemessenem Umfang an
den Regionalisierungsmitteln für den öffentlichen
Personennahverkehr zu beteiligen.
Gründe
Trotz intensiver Bemühungen seitens der Region
Stuttgart hat sich das Land Baden-Württemberg
bisher geweigert, die Region Stuttgart in angemessenem
Umfang an den vom Bund für den ÖPNV zur
Verfügung gestellten Regionalisierungsmitteln
zu beteiligen. Obwohl ein vorliegendes Gutachten zu
dem Ergebnis kommt, dass die Region einen Rechtsanspruch
hat, hält das Land an seiner Auffassung fest.
Dadurch entstehen der Region Stuttgart und den Landkreisen
in der Region sowie der Landeshauptstadt Einnahmeausfälle
in einer Größenordnung von jährlich
mehr als 40 rund 50 Millionen Euro. Dies verstärkt
die ohnehin gegebene Ungerechtigkeit bei der Belastung
der Landkreise in Baden-Württemberg durch den
ÖPNV. Die Landkreise in der Region Stuttgart
haben ÖPNV-Aufwendungen, die ca. um das acht-
bis zehnfache höher sind als im übrigen
Land.
Die Region Stuttgart prognostiziert deutlich steigende
Umlagen für den ÖPNV. Allein in der Zeit
von 1994 - 2002 hat sich die Verkehrsumlage verdoppelt.
In den kommenden zehn Jahren wird damit gerechnet,
dass die Belastung noch einmal um das Doppelte steigt.
Es ist daher zu befürchten, dass die Region wichtige
Projekte im S-Bahn-Bereich verschiebt oder ganz aufgibt.
Möglicherweise ist auch davon die S-Bahn-Maßnahme
bis Kirchheim betroffen. Angesichts der weit unterdurchschnittlichen
Ausstattung des Landkreis Esslingen mit S-Bahn-Strecken
ist dies nicht zu verantworten. Dies um so mehr, als
sich der Landkreis und die beteiligten Kommunen bereit
erklärt haben, sich finanziell in erheblichen
Maße zu beteiligen.
Das S-Bahn-Projekt Kirchheim wird seit Jahren immer
wieder verschoben. Der Vorlaufbetrieb kann keinen
ausreichenden Ersatz darstellen. Deshalb muss sich
der Landkreis mit allem Nachdruck an das Land Baden-Württemberg
wenden, damit die ungerechte Behandlung bei der Verteilung
der Regionalisierungsmittel beendet wird.