pm/fw: Es ist eine Grundauffassung der Freien Wähler,
dass kommunale Aufgaben am effektivsten auf der Ebene
der Städte und Gemeinden erfüllt werden
können. Dort sind eine umfassende Kenntnis der
örtlichen Situation und ein ständiger Dialog
mit den Bürgerinnen und Bürgern gesichert.
Nur in den wenigen Fällen, die die Verwaltungs-
und Finanzkraft der Gemeinden überschreiten oder
eine regionale Sicht gefordert ist, lässt sich
eine Zuständigkeit des Landkreises oder der Region
Stuttgart begründen. Beispielhaft seien genannt
die Krankenhäuser, Berufsschulen, Kreisstraßen,
soziale Absicherung oder die Regionalplanung. Wegen
der hohen Bedeutung dieser Aufgabenfelder ist eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis,
der Region und den Gemeinden notwendig.
Wegen des unmittelbaren Bezugs zu den Interessen
der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft
ist gerade in den Gremien des Kreistags eine ausschließlich
sachorientierte Arbeit erforderlich. Auch die Regionalversammlung
darf nicht zur Parteiplattform und zum Ersatzlandtag
umfunktioniert werden. Die Fraktionen der Freien Wähler
verstehen sich als Bindeglieder zwischen Gemeinden,
dem Landkreis und der Region. Sie werden nicht müde
zu betonen, dass die Gemeinden als Folge einer rücksichtslosen
Politik in Bund und Land finanziell völlig ausgeblutet
und kaum noch in der Lage sind, ihre Kernaufgaben
zu erfüllen. Dies erfordert von Kreis und Region
größte Zurückhaltung, da sie sich
weitgehend durch Umlagen finanzieren, die von den
Gemeinden, ihren Bürgern und der Wirtschaft aufgebracht
werden müssen.
Obwohl der Landkreis Esslingen zu den wirtschaftsstärksten
Räumen der Bundesrepublik gehört ist die
Kreisumlage mittlerweile auf den landesweit höchsten
Satz gestiegen. Deren Aufkommen fließt zu mehr
als 80 % in die soziale Absicherung, weil der Bund
Leistungsgesetze beschließt ohne für einen
finanziellen Ausgleich zu sorgen. So bleibt ohne neue
Schuldaufnahmen kaum noch Spielraum für dringend
notwendige Investitionen in Krankenhäuser, Berufsschulen
und Straßen. Der ständig wachsende Schuldenberg
stellt aber eine nicht zu verantwortende Belastung
für kommende Generationen dar, die ohnehin mit
den Kosten der Alterssicherung und des Gesundheitswesens
überfordert sind.
Deshalb fordern die Freien Wähler die Politik
in Bund und Land auf, eine große Koalition der
Vernunft zu begründen, statt Unsummen von Steuergeldern
für Wahlwerbung zu verschwenden. Sie verlangen
einen konsequenten Sparkurs, den Abbau von Subventionen
und die Beseitigung einer Vielzahl von Hemmnissen
für ein dringend notwendiges Wirtschaftswachstum.
Nur wenn es gelinge, die seit Jahren anhaltende Stagnation
zu überwinden, komme es zu einer Belebung am
Arbeitsmarkt und einer Entlastung der Sozialsysteme.
Dann seien die Gemeinden und Landkreise wieder in
der Lage, die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen
Jahrzehnte fortzusetzen.
Ansprechpartner
Alfred Bachofer
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