Die Freien Wähler im Kreistag Ludwigsburg machen
sich für eine Senkung der Kreisumlage für
das Haushaltsjahr 2002 stark. Diese soll von 36,5
%-Punkten auf 32 %-Punkte fallen. Ein %-Punkt mehr
als von der Kreisverwaltung vorgeschlagen.
Die Landkreiskommunen können ab dem Haushaltsjahr
2002 mit einer deutlichen Senkung des Kreisumlagenhebesatzes
rechnen. Bis zum Jahr 2004 soll eine der höchsten
Kreisumlagen im Land stufenweise von 36,5 % auf 30,0
%-Punkte sinken. Dafür machen sich die Freien
Wähler im Kreistag Ludwigsburg stark. Insbesondere
soll die gute Perspektive der Finanzplanung bereits
im Haushaltsjahr 2002 den Kommunen mehr zugute kommen,
als dies die Landkreisverwaltung plant. Diese schlägt
im Haushaltsplanentwurf 2002 einen Hebesatz von 33%-Punkten
vor.
Die in den diesjährigen Sitzungen des Verwaltungsausschusses
vom Kreiskämmerer vorgetragenen Zahlen zur aktuellen
Finanzsituation des Landkreises lassen diesen Schluß
zu.
Das Jahresergebnis 2000 war sehr positiv. Auch der
Haushalt 2001 sieht trotz einiger unvorher-
Sehbaren Ausgaben gut aus, zumal ihm einige im Haushaltsjahr
2000 vorgezogenen Kredit-
Sondertilgungen zugute kommen. Wenn man diese beiden
Haushaltsjahre und die bisherige Finanzplanung betrachtet,
soll daher nach Auffassung der Freien Wähler
die Kreisumlage 2002 deutlicher als bisher geplant
nachgeben. Immerhin 1 Punkt zusätzliche Entlastung
für die Kommunen. Diese benötigen diesen
Spielraum dringend, denn die Steuerreform mit u.a.
erheblichen Ausfällen beim Einkommenssteueranteil
und der Gewerbesteuer sowie gleichzeitig drastisch
steigenden Gewerbesteuerumlagen erschweren bei zahlreichen
Kommunen den Haus-
haltsausgleich im kommenden Jahr. Deshalb sind die
Freien Wähler für 32%-Punkte.
Die von den Freien Wählern geforderte Senkung
der Kreisumlage entlasten z.B. Hessigheim um DM 102.304..-,
Markgröningen um DM 962.473 oder Ludwigsburg
um 7.428.293 DM.
Die Städte und Gemeinden haben in den vergangenen
Jahren zwar zähneknirschend, letztlich jedoch
solidarisch die hohen finanziellen Lasten des AVL-Desasters
mit getragen und auch 2001
nochmals die hohe Kreisumlage mit 36,5 Punkten wegen
des Abbaus weiterer Schulden bei der AVL (Abfallverwertungsgesellschaft
des Landkreises Ludwigsburg) akzeptiert.
Deshalb müsse nun die Entlastung zu 100 % an
die Kommungen weiter gegeben werden.
Gerade auch deshalb halten die Freien Wähler
den bisherigen Sparkurs des Kreises für notwendig,
der insbesondere bei den Freiwilligkeitsleistungen
beibehalten werden müsse. Die für das Steuer-
aufkommen nachteilige Steuerreform hole 2003 auch
den Kreis ein und es bestünden zudem noch finanzielle
Risiken bei der Abwicklung der AVL-Krise und bereits
jetzt erkennbare Mehrbelastungen bei der Umlage an
den Landeswohlfahrtsverband.
Insgesamt bestehe also kein Grund zum Jubel; der
Sparkurs müsse konsequent weitergehen.