die Kreistagsarbeit ist beim Thema Finanzen in "Schwerer
See".
Die Entwicklung macht mich in gewisser Hinsicht ratlos!
Warum?
Kreisumlage derzeit 36 Punkte - Die Tendenz ist steigend!
Ein Beispiel für die steigenden Ausgaben im Sozialbereich:
Die Grundsicherung
Die Grundsicherung sollte den Landkreis eigentlich
nichts kosten - Bund hatte sie per Gesetz eingeführt.
Aus Vorahnung - es könnte nicht reichen - wurden
vom Landkreis 2 Mio. Euro für das Jahr 2003 eingestellt.
Die Abrechnung für das Jahr 2003 zeigte dann,
es wurden 3,2 Mio. Euro benötigt. Warum? Es wurde
eine neue Anspruchsebene geschaffen, die früher
durch das "Miteinander" abgedeckt wurde.
Mitbürger, die früher keinen Antrag "auf
Unterstützung" gestellt hatten, haben nun
einen gestellt - das ist normal, wenn die Möglichkeit
besteht.
Konsequenz allerdings auch dieses Beispieles ist:
Eine höhere Kreisumlage für Städte
und Gemeinden. In der heutigen Finanzsituation ist
eine Weitere Konsequenz. Leistungen, Angebote bei
den Städten und Gemeinden müssen gestrichen
werden - Möchte als konkretes Beispiel die aus
finanziellen Gründen notwendig gewordene Freibadschließung
der Stadt Sachsenheim. Die Stadt konnte auf einmal
ein über Jahrzehnte aufrecht erhaltenes Angebot
nicht mehr finanzieren.
Positives Entwicklung: Es gründet sich ein Freibadverein,
im Falle Sachsenheim der dieses nun weiterbetreibt.
Das Netzwerk "Eigenverantwortung und Miteinander"
hat hier sehr gut funktioniert. Ob dies immer so laufen
kann ist fraglich. Deshalb zurück zum Thema Grundsicherung.
Eine fundamentale Forderung der Freien Wähler
"Wer bestellt bezahlt" und nicht (jetzt
auf die Spitze getrieben) der Bund und das Land (Schülerbeförderung)
bestellen und die Kommunen müssen Einrichtungen
schließen, weil der Bund und das Land nicht
ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, das
droht uns bisher auch beim Thema "Zusammenlegung
von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV).
Die Kreisumlage 2005 wird höher sein als 2004.
Es ist die Rede von 39 bis 43 Punkten - im Augenblick
angesichts der kommunalen Kassenlage "unvorstellbar":
Gründe für diese Entwicklung: Ausgaben für
den Landeswohlfahrtsverband, Eingliederungshilfe,
Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe(Hartz
IV), Alles Punkte: Ausgabensteigerungen für den
Landkreis, von Außen verursacht.
Für die Freien Wähler im Kreis bedeutet
dies, trotz einer gewissen Ratlosigkeit "Was
wird uns noch zugemutet?" Wir sparen trotzdem."
Das neue Handlungskonzept des Landkreises bietet hierzu
gute Anhaltspunkte. Wir haben zusätzliche Vorschläge
gemacht, beispielsweise die Übertragung von Aufgaben
an Freie Träger im Jugendhilfebereich.
Verwaltungsreform: Die Verwaltungsreform wird zum 1. Januar
2005 umgesetzt. Ein Problem kann die Finanzierung
der Reform werden. Die Landräte haben dem Land
zugesagt, dass eine „Effizienzrendite“
von 20 % in 5 bis 7 Jahren möglich sei. Wir haben
gewisse Zweifel, ob eine Einsparung in dieser Höhe
zu erreichen ist.
Zwei Dinge sind aus unserer Sicht zwingend erforderlich:
Die Landkreise sind gefordert, ein Verfahren zu entwickeln,
das Kostentransparenz herstellt. Das ist in Arbeit.
Es muss nachgewiesen werden können, wie hoch
die Einsparungen tatsächlich sind. Notfalls muss
mit dem Land nachverhandelt werden, die vor kurzem
beschlossene Revisionsklausel gibt die Möglichkeit
dazu. Es kann und darf nicht sein, dass die Städte
und Kommunen Aufgaben des Landes über die Kreisumlage
finanzieren. (Beispiel: Schülerbeförderung,
leidvoll erlebt)
Die Freien Wähler fordern, dass mit der Verwaltungsreform
zwingend ein Aufgabenabbau und eine Reduzierung der
Standards in den verschiedensten Bereichen erfolgen
muss. Dafür sind die Landkreise nur zum Teil
zuständig. Die wesentlichen Zuständigkeiten
liegen beim Bund und bei den Ländern.
Abfallwirtschaft:
Angenehmerweise ist dies inzwischen ein erfreuliches
Thema, nach den Problemen, die wir hatten. Mitte der
90er Jahre lagen wir bei den Gebühren mit an
der Spitze. Nun blicken wir auf sechs Jahre mit jährlichen
Gebührensenkungen zurück. Bei den Hausmüllgebühren
für die Privaten Haushalte liegen wir inzwischen
wieder deutlich unter dem Schnitt mit 145,94 Euro
pro 4 PHH im Landkreis. 4 PHH in Baden Württemberg
- (88 bis 320 Euro pro 4 PHH). Beim Gewerbe liegen
wir nun bei 47,11 Euro pro Tonne (2003: 55,-- bis
571,-- Euro pro Tonne Sigmaringen) und dies alles
bei einem brauchbaren Standard, d.h. auch Papier und
Glas wird beim Bürger abgeholt..
Die Freien Wähler werden weiter darauf achten,
dass wirtschaftlich gearbeitet wird und die Gebühren
auf dem niederst möglichen Niveau bleiben.
Kliniken:
Im Landkreis Ludwigsburg haben wir keine Standort-,
Neubau-, oder Managementdiskussionen. Die Kliniken
leisten eine gute Patientenversorgung und kommen mit
5 Mio. Euro Kreiszuschuss seit vielen Jahren aus.
Mit der Gründung der Kliniken GmbH wurden die
Weichen im Landkreis rechtzeitig gestellt. Die Holding
mit den Krankenhäuser des Enzkreises halten wir
für richtig und zukunftsweisend.
Pflegeheime:
Mit der Kleeblatt GmbH im Landkreis gibt es einen
guten kommunalen Träger für die Pflegeheimversorgung
im Landkreis neben den Freien und Privaten Trägern.
Die Freien Wähler im Kreistag haben sich erfolgreich
dafür eingesetzt, dass auch das ehemalige Kreisaltenheim
Freudental unter das Dach der Kleeblatt GmbH kommt,
denn nur damit ist es und der Standort zukunftsfähig
gewesen. Wir setzen für die Zukunft auch weiterhin
auf strukturelle Bereinigungen, wie beim Altenheim
des Landkreises in Freudental. Es freut uns, dass
in Freudental nun ein dringend benötigtes "Demenzzentrum"
im Landkreis entsteht, bei einem Träger, dessen
tägliche Arbeit die gute Versorgung unserer älterer
Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis ist.
Der Landkreis hat viele Aufgaben, unser Anliegen ist:
Nur das was unbedingt notwendig ist, soll er selbst
machen.
Berufsschulen:
Die Berufsschulen im Landkreis wurden baulich in den
letzten Jahren ertüchtigt und sind in einem guten
Zustand. Sie bieten den jungen Menschen im Landkreis
eine gute Starthilfe für das Berufsleben. Wir
setzen uns dafür ein, dass das hohe Niveau erhalten
bleibt. Trotzdem haben wir angeregt, dass der Schuletat
- wegen der Finanzsituation - leider auch eine gewisse
Reduzierung erfährt, weil wir bei genauer Durchsicht
des Etats dies für vertretbar hielten. Dieses
Vorgehen steht bei vielen Städten und Gemeinden
schon seit einigen Jahren an der Tagesordnung. Eine
Entwicklung, von der wir uns nicht abkoppeln können.
Zusammenfassung:
Es gibt derzeit einige Pluspunkte in der Kreispolitik,
wie die Abfallgebühren, der Stand der Berufsschulen,
die positive Entwicklung der Kliniken in schwierigem
Umfeld, die Kleeblatt GmbH verbunden mit der allgemeinen
Pflegeheimversorgung im Kreis, aber auch ein dickes
Minus beim Thema Finanzen. Es droht nach 32 Umlagepunkten
im Jahr 2002 ein hochschnellen im Jahr 2005 auf möglicherweise
rd. 42/43, wenn der "worst case" eintritt.
Das würde 10 Punkte mehr Kreisumlage oder 30
Prozent Steigerung oder 40 Mio. Euro mehr bedeuten
und das innerhalb von wenigen Jahren. Da wären
die wohl unvermeidbaren 39 Kreisumlagenpunkte fast
schon angenehm, obwohl auch diese viele Städte
und Gemeinden vor unangenehme Konsequenzen stellt.
Diese Entwicklung ist fremdbestimmt und uns von außen
aufgedrückt. Die Freien Wähler sparen trotzdem
- auch beim Haushalt 2005, auch wenn nur noch Beträge
zusammenkommen könne, die vielleicht max. einen
halben Punkt Kreisumlage bringen. Wir hatten beim
Landkreis schon einige Sparrunden in den letzten Jahre,
unser Spielraum ist schon ziemlich ausgepresst.
Die Freien Wähler sind für eine strikte
Ausgabendisziplin - soweit es unsere Einflussmöglichkeiten
betrifft - dies sind wir den Städten und Gemeinden
schuldig.