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Fraktionsvorsitzender Rainer Gessler zum Kreishaushalt
2006
– in der Kreistagssitzung am 9. Dezember 2005
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Herr Landrat, meine Damen und Herren,
Eine gute Nachricht für die Kommunen: Der Koalitionsausschuss
hat entschieden,
3,55 Mrd. Euro Zuschuss zu den Wohnkosten für
Langzeitarbeitslose in den Jahren 2005 und 2006 zur
Verfügung zu stellen.
"Starke und finanzkräftige Städte
und Gemeinden sind die Grundlage für die Lebens-qualität
und auch für die wirtschaftliche Stabilität
unseres Landes. Mit dem Koalitions-vertrag schlagen
wir den richtigen Weg ein, damit das auch so bleibt",
erklärte der Bun-destagsabgeordnete Mattias Wissmann
vor wenigen Tagen. Die Entscheidung des Koalitionsausschusses
hat diese Aussage unterstrichen.
Der Kreishaushalt 2006 hat aufgrund gestiegener Steuerkraft
der Gemeinden ein "Mehr" von rd. 8 Mio.
Euro in der Kasse. Von diesem "Mehr" wollten
wir den Städten und Gemeinden - mit der Reduzierung
der Kreisumlage um einen halben Punkt - etwas belassen.
Zu den Fakten: Im Jahr 2006 bezahlen die Städte
und Gemeinden dem Landkreis ge-genüber dem Jahr
2005 - bei gleichem Hebesatz - rd. 8 Mio. Euro mehr
an Kreisumla-ge. Wenn man weitere positive Positionen
im Haushaltsentwurf auf der Einnahmenseite dazunimmt
und den Mehrausgaben, insbesondere im Sozialbereich
gegenüberstellt, bleibt trotzdem ein "Plus"
von rd. 5 Mio. Euro. Durch dieses positive Ergebnis
sahen wir die Möglichkeit, eine Senkung der Kreisumlage
gegenüber dem Jahr 2005 um einen halben Punkt,
oder 2 Mio. Euro oder 0,58 Prozent des .Volumens des
Verwaltungs-haushaltes. Von den rund 374 Mio. Euro
Einnahmen des Verwaltungshaushaltes sind die allermeisten
sehr sicher. Das Risiko von 0,58 Prozent ist sehr
gering. Wir können außerdem nach dem letzten
Finanzzwischenbericht des Kreiskämmerers mit
einem leicht verbesserten Ergebnis 2005 rechnen. Wir
sind gespannt, ob nicht schon diese Verbesserung ausreichen
wird, diese leichte Absenkung zu finanzieren.
Alle Gemeinden leiden unter den starken Umlagebelastungen.
Sie dürfen für ihre Erfol-ge zur Stärkung
der Wirtschaftskraft nicht „bestraft“
werden, indem der Großteil der Mehreinnahmen
über Umlagen wieder abfließt. Der Landkreis
hätte deshalb ein Signal setzen können,
mit dem er bei den Gemeinden zusätzliches Vertrauen
schafft, nur so-viel zu nehmen, wie er unbedingt braucht.
Die Senkung um einen halben Punkt Kreis-umlage hätte
das intensive Bemühen des Landkreises unterstrichen.
Nach unseren Berechnungen hätte dies die Stabilität
der Kreisfinanzen nicht beein-trächtigt. Andere
Kreise in der Region haben etwas von dem "Mehr"
der gestiegenen Steuerkraft den Kommunen belassen.
Auch diese haben die tatsächlichen und mögli-chen
zusätzlichen Soziallasten.
Die Verwaltungsreform war und ist eine große
Herausforderung.
Das Landratsamt ist durch die Verwaltungsreform gewachsen.
Der Kraftakt - die Ein-gliederung der staatlichen
Sonderbehörden - ist gelungen. Die Effizienzrendite
wurde im ersten Jahr erwirtschaftet. Wir hoffen nach
wie vor, dass der Landkreis Ludwigsburg auch hier
in der Spitzengruppe mitmischt und die vorgegebenen
Ziele schneller erreicht. An dieser Stelle einen herzlichen
Dank an Alle, die an dieser erfolgreichen Operation
mitgewirkt haben.
Bei der Jugendhilfe ist die Prävention zu stärken.
Es gilt außerdem: ambulant vor stationär.
Wichtiges Projekt für die Prävention ist
der Jugendhilfeplan. Wir hatten ge-hofft, dass er
2005 fertiggestellt werden kann. Er ist wichtige Voraussetzung,
die Aus-gaben für Jugendhilfe effektiv und sinnvoll
einzusetzen.
Kliniken, Kleeblatt und die AVL sind in guter Verfassung.
Die Kliniken mit ihrem ho-hen Standard in der Gesundheitsversorgung
für den Kreis. Dies erfreulicherweise mit einem
kleinen schwarzen "Plus" anstatt mit einem
kleinen roten "Minus". Das Kleeblatt immer
vorne dabei bei der Fragestellung und Umsetzung, welche
Unterbringungsform für unsere Älteren Mitbürger
ist "Jetzt" dran. Die AVL der "Dauergebührensenker"
der letzten Jahre. Leider ist das Ende der Fahnenstange
erreicht, aber das Erreichte ist ei-ne im Vergleich
niedrige Abfallgebühr bei gutem Komfort für
den Bürger.
Ein guter öffentlicher Nahverkehr und eine intaktes
Straßennetz sind wichtige Voraussetzungen für
unseren Lebens- und Wirtschaftsraum. Die Zuwachsraten
beim öffentlichen Nahverkehr halten an. Das "Scool-Ticket"
für unsere jungen Leute hat sich zum "Renner"
entwickelt. Der Landkreis leistet hierfür jetzt
schon einen hohen fi-nanziellen Beitrag. Vorgesehene
Mittelkürzungen von Bund und Land kann er sicher
nicht mehr auffangen, deshalb ist eine Weitergabe
der Kosten an den Fahrgast unver-meidlich. Leider
sind wir vor Ort bei diesen Vorgängen immer die
"Dummen", weil wir den Erhöhungen der
Fahrscheine zustimmen müssen und die Bürger
den Eindruck ge-winnen müssen, die Kreisräte
könnten über Kreisgelder die Erhöhung
vermeiden. Die Auslöser Koch/Steinbrück
bringt dann niemand in den Zusammenhang mit der Fahr-preiserhöhung,
aber den Kreisrat X, wenn der in der Zeitung erklärt:
"Wir können nicht anders." Wir kennen
den Kreislauf: Weiteres Kreisgeld für die Fahrscheine
bedeutet in der Regel Steuererhöhung in den Städten
und Gemeinden. Beim ÖPNV ist es wie in Sachen
Energie, da werden wir Nutzer 2006 im Geldbeutel erhebliche
Überraschungen erleben.
Für die ÖPNV-Kosten bei den Landkreisen
wird die angestrebte Neuordnung der Fi-nanzierung
bei der Alteinnahmensicherung/ Einnahmenzuscheidung
von entscheiden-der Bedeutung sein.
Bei den ÖPNV-Ausbauprojekten im Kreis gibt es
keinen Stillstand. Das zweite Gleis bei Freiberg -
Benningen ist im Bau. Der Ringschluss S 40 wiederbelebt.
Die Strohgäubahn wird saniert und für die
Strecke Markgröningen - Ludwigsburg - mit Schwieberdin-gen/Remseck)
wird der Platz freigehalten und geplant.
Im Straßenbau werden 2006 wichtige Projekte,
wie z.B. Mundelsheim - Pleidelsheim, fortgeführt
und notwendige, wie z.B. Ortsumfahrung Besigheim -
Ottmarsheim auf den Weg gebracht.