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LKZ vom 26.03.2009 - Durch Asperg rollt weniger Verkehr.............................
Immer
mehr Autos biegen von der König- in die Lehenstraße
ab – und fahren zum Leidwesen der Anwohner auch durch
kleinere Straßen im Viertel.
Bild:
Alfred Drossel
Durch
Asperg rollt inzwischen weniger Verkehr als 2001
Die
Verkehrsbelastung Aspergs ist in den vergangenen sieben
Jahren leicht zurückgegangen. Dabei hat insbesondere
der Durchgangsverkehr abgenommen, während der
„hausgemachte“ Verkehr weiter zulegte. Mit diesen
Befunden überraschte die Ludwigsburger Planungsgruppe
Kölz am Dienstagabend den Gemeinderat.
Einhelliges
Lob strich der Ludwigsburger Planer Professor Gunter
Kölz von den Stadträten ein: Auf ähnlich
fundierte Zahlen wie jetzt habe Aspergs Kommunalpolitik
bisher nicht bauen können, freute sich beispielsweise
Günter Pfersich von den Freien Wählern.
Dabei waren die Ergebnisse, die Kölz den Stadträten
präsentierte, durchaus erstaunlich – und nicht
alle Befunde dürften jedermann erfreut haben.
Drei Aussagen sind für die von Kölz präsentierte
Analyse zentral. Erstens: Das Verkehrsaufkommen in
Asperg ist gegenüber der vorhergegangenen Zählung
von 2001 um drei Prozent zurückgegangen. Zweitens:
Allenfalls ein Drittel der Autos, die täglich
durch Asperg rollen, stellen Durchgangsverkehr dar
– der Löwenanteil entfällt auf den „hausgemachten“
Ziel-, Quell- und Binnenverkehr. Drittens: Am stärksten
belastet bleiben die Ost-West-Achse mit Eglosheimer
und Markgröninger Straße sowie die Nord-Süd-Verbindungen
der Südlichen Alleenstraße sowie der Königstraße.
Die Verkehrsströme in und aus Richtung Tamm verteilen
sich in Asperg allerdings in einem Maße, dass
eine Verlängerung der geplanten Osttangente über
die Eglosheimer Straße hinaus nach Nordwesten
in Richtung Tamm kaum positive Effekte für das
innerstädtische Verkehrsgeschehen hätte.
Damit bestätigt das neue Kölz-Gutachten
laut Bürgermeister Ulrich Storer übrigens
Einschätzungen des auf Landesebene für Verkehrsfragen
zuständigen Innenministeriums. Erklären
lässt sich die deutliche Gewichtsverschiebung
zwischen innerörtlich verursachtem und Durchgangsverkehr
laut Kölz am ehesten durch das Zusammenspiel
von Einwohner- und Arbeitsplatzzuwachs in Asperg einerseits
sowie neue Umgehungsstraßen in der Nachbarschaft
andererseits. Auch das gute öffentliche Nahverkehrsangebot
spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hauptgewinner
der aktuellen Entwicklung sind übrigens die Bahnhofstraße
mit einem Verkehrsrückgang von 34 Prozent, die
Hirschberg- (minus 18 Prozent) und die Osterholzstraße
(minus 14 Prozent), Verlierer die Lehen- und die Königstraße
mit Zuwächsen von 16 beziehungsweise zehn Prozent.
Kölz schlug ein ganzes Bündel von Möglichkeiten
vor, um den innerstädtischen Verkehr weiter zu
drosseln. So könnte das gesamte Quartier zwischen
Lehen- und Bahnhofstraße als Tempo-20-Zone ausgewiesen
und im Straßenbild umgestaltet werden, um wenigstens
einen Teil der dort durchfahrenden Autos zu verdrängen.
Für die Osttangente schlägt Kölz einen
Kreisel nicht nur – wie bereits geplant – im Osterholz,
sondern auch im Einmündungsbereich in die Eglosheimer
Straße vor, um so Rückstaus auf beiden
Achsen zu verhindern. Schließlich sollen Südliche
Alleen- und Osterholzstraße nach der Eröffnung
der Osttangente zu verkehrsberuhigten Bereichen werden.
Der Gemeinderat wird nun in die Diskussion des Gutachtens
einsteigen. Der Bevölkerung werden die zentralen
Ergebnisse bei einer Bürgerversammlung am 11.
Mai vorgestellt.