Mehr
als die Hälfte der Mitglieder des neuen Kreistags arbeitet
im öffentlichen Dienst. Das zeigte eine statistische
Auswertung der Daten der 98 Kreisräte, die in den kommenden
fünf Jahren – zusammen mit dem Landrat – die Geschicke
des Kreises Ludwigsburg lenken.
Der
durchschnittliche Kreisrat ist 55 Jahre und acht Monate
alt, männlich und Beamter. Denn allein 24 der 98 Kreisräte
sind Oberbürgermeister und Bürgermeister. Weitere
14 arbeiten als Lehrer, Pädagogen, Professoren oder
Erzieherinnen. Den überrepräsentierten Block des
öffentlichen Dienstes ergänzen zehn weitere Beamte
und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sowie
zwei pensionierte Schultes.
Alle anderen Berufe bilden, wie eine Aufstellung des Landratsamtes
zeigt, nur Kleinstgruppen: fünf Hausfrauen, jeweils
sechs Handwerker und in technischen Berufen Tätige.
Sieben Kreisräte sind im Finanzwesen oder im kaufmännischen
Bereich zu Hause. Die weiteren Berufe, die im Kreisparlament
vertreten sind: Je fünf Ärzte und Landwirte, vier
Wissenschaftler, drei Rechtsanwälte sowie ein Apotheker,
ein Betriebsratsvorsitzender, eine Psychologin, eine Floristin,
ein Journalist, eine Richterin und schließlich ein
Pfarrer.
Inzwischen gehören 46 Kreisräte der Bürgervertretung
erstmals an. Aber selbst die meisten Neulinge sind schon
im gesetzten Alter. Einziges Kreistagsmitglied, das noch
nicht den 30. Geburtstag gefeiert hat, ist Kathrin Voigt
aus Ludwigsburg, die zu den Grünen gehört. Mit
28 Jahren wird sie das jüngste Mitglied des neuen Kreistags
sein. Der Alterspräsident: der Vaihinger Sozialdemokrat
und frühere Schulleiter Werner Rohloff mit 74 Jahren.
Doch er ist nicht der einzige mit einer Sieben als erste
Zahl in der Altersangabe. Immerhin 73 Jahre alt sind Manfred
List (CDU, Bietigheim-Bissingen) und Heinz Schütt (SPD,
Erligheim). Die Siebzig erreicht haben auch Joachim Wirth
(SPD, Möglingen) und Dr. Vassilios Amanatidis (FWV,
Bietigheim-Bissingen).
Der Frauenanteil steigt von 20 auf 22,4 Prozent. Der neue
Kreistag tagt erstmals am 18. September. Übrigens:
Der Kreistag, der jetzt verabschiedet wird, war bei seinem
Start jünger – der durchschnittliche Kreisrat war damals
52,8 Jahre alt. Fünf Jahre zuvor lag der Alters-Mittelwert
sogar bei 51,7 Jahren.