Im Rahmen des Ferienprogramms lud die Bürgerliche Wählervereinigung (BWV) am Montag, den 30. Juli zu einem besonderen Abenteuer in der Unterwelt ein. Nachdem sich die 23 Kinder am Linsenhofener Bahnhof von Ihren Eltern verabschiedet hatten, wurden sie von Liane Baldzer begrüßt und auf die verschiedenen Fahrzeuge verteilt.
Nach der gemeinsamen Anfahrt nach Grabenstetten kleideten sich die Abenteuerlustigen zuallererst einmal zünftig ein. Jeder hatte in vorbildlicher Weise einen Helm und eine funktionstüchtige Lampe mitgebracht. Im Burghof der Ruine Hofen erzählte Höhlenforscher Klaus den interessierten Kindern über den Schwäbischen Jura, der einst in einem flachen Meer abgelagert wurde sowie über die Entstehung der Höhlen und deren Bewohner.
Dann wurde es endlich richtig abenteuerlich: Die erste Mutprobe erwartete die Höhlenforscher, als es galt, 6 Meter tief an einer schiefen fest eingebauten Eisenleiter als auch an einem Stück Strickleiter abzusteigen.
Die Herzen schlugen im wahrsten Sinn höher, wenn man nach längerem geduldig ertragenem Warten in der Schlange am Seil gesichert über die Kante in die gähnende Tiefe steigen mußte. Unten angekommen, wurden die Mutigen mit aufmunterndem Beifall von ihren Vorgängern erwartet.
Rasch war der kurze Anstieg zum östlichen Eingang der Großen Hofener Höhle bezwungen. Diese Durchgangshöhle mit einer Länge von 130 Metern wurde in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Gustav Fetzer und Jakob Kazmaier entdeckt und nach ihnen auch als Gustav-Jakob- Höhle bezeichnet.
In der ersten Felsnische lauerten schon die Höhlenspinnen, die ihre Kokons bewachten. Ziemlich schnell mußten die Höhlenbesucher sich auf den Knien durch die engste Gangstelle zwängen. In der darauffolgenden Halle wurden sie aber mit der Schönheit hunderter kleiner Sinterröhrchen (Makkaronis) für die Strapazen belohnt. Die rundgeschliffenen Wandpartien deuten darauf hin, daß die Höhle einst von einem reißenden Bach durchflossen wurde. Immer wieder zweigen blinde Seitengänge ab, in die man sich nur mühsam hineinzwängen kann, aber ab und zu kann man in Spalten in ein höheres Stockwerk hinaufklettern. Zusammen mit dieser Etage hat das Höhlensystem eine Gesamtlänge von annähernd 200 Metern. Auch in die Tiefe geht es an einer Stelle hinab zum „Kollektivschacht“, eine der seltenen Bereiche in einer Höhle der Schwäbischen Alb, wo sich das Kohlendioxid, das schwerer als Luft ist, ansammeln kann.
In schwieriger Kaminklettertechnik stieg ein wagemutiger Teilnehmer mit an den Schachteinstieg hinab, wo er einen Blick auf einen der kuriosesten Albtropfsteine werfen konnte: den „Kürbis“ In den insgesamt drei Hallen (so bezeichnet der Höhlenforscher einen Höhlenteil, in dem man aufrecht stehen kann) kann man erstaunlicherweise noch ungeschädigte Tropfsteine, Sinterfahnen und frisch abgeschiedenen Kalksinter bewundern. Ein beklemmendes Gefühl stellte sich bei Einigen ein beim Durchzwängen der „Touristenquetsche“ ein, die ihren Namen zu Recht trägt. Wenig später erfuhr man auch ganz schnell, warum ein abschüssiger, glitschiger Sinterberg als „Rutschbahn“ bezeichnet wird. Kurz vor den Scharnieren eines ehemaligen Eisentores kam auf einmal Gegenver-kehr, so daß wir an eine breitere Ausweichstelle zurückkriechen mußten.
Am Südeingang der Gustav-Jakob-Höhle bot das installierte Seil eine große Hilfe auf dem feuchten Abstieg zum Wanderweg. Der größte Teil der Gruppe machte sich gleich an den Aufstieg in den Burghof der Ruine Hofen, wo schon ein brennendes Feuer auf die hungrigen Ankömmlinge wartete.
Einige andere, die noch nicht genug vom Schlufen (der Fortbewegung auf dem Bauch) hatten, konnten sich in die nahe gelegene „Kleine Hofener Höhle“ quetschen, die aber nur in äußerst trockenen Jahren bis zum Ende befahrbar ist.
Nachdem sich alle mit Stockbrot und Getränken gestärkt hatten, konnte man sich an einem Höhlenquiz beweisen. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Einige interessante, erlebnisreiche Stunden gingen vorüber. Alle Kinder waren sich einig, da wollen wir nächstes Jahr wieder dabei sein.
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