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› Haushaltsrede 2005
Anträge zum Haushalt 2005


Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Remshardt,liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren,

zunächst bedanken wir uns bei der Verwaltung für die Ausarbeitung und rechtzeitige Vorlage des Haushaltsplanentwurfes für das Jahr 2005.

Im letzten Monat feierte der Städtetag Ba-Wü in Bruchsal sein 50-jähriges Jubiläum. Der dazu angekündigte Festredner, Ministerpräsident Erwin Teufel, war wegen wichtiger Termine in Berlin nicht gekommen.

Man darf getrost davon ausgehen, dass die vom Land seinen Kommunen gegenüber ins Auge gefaßten finanziellen Einschnitte hierfür den Ausschlag gaben. Die Städte werden zunehmend als Sparbüchse für den Landeshaushalt gesehen. Seriös gerechnet sind es um die 600 Mio. Euro , die den Städten und Gemeinden im kommenden Jahr vorenthalten werden. Damit wird ihnen weit mehr genommen, als man gerade für die Absenkung der Gewerbesteuerumlage zurückgegeben hat. Flächendeckend wird die finanzielle Situation vieler Haushalte im Jahr 2005 schlechter aussehen als jemals zuvor.

Worauf ist es zurückzuführen, wenn im nächsten Jahr mehr als 50 % der Gemeindehaushalte nicht mehr gesetzmäßig sind ? Zum einen haben die kommunalen Verwaltungen, die Gemeinderäte und die Bürger selbst die finanziellen Möglichkeiten der Vergangenheit viel zu lange als selbstverständlich betrachtet. Vielerlei Anträge etc. lassen noch heute erkennen, dass sich der Eindruck bei nicht wenigen verfestigt hat, der Zustand guter kommunaler Finanzen hätte Ewigkeitswert.

Wir müssen hilflos mit ansehen, wie sich die Kreisumlage von Jahr zu Jahr empfindlich erhöht. Dies ist in erster Linie den weiter enorm steigenden Sozialhilfekosten zu verdanken. Im Jahr 2003 ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Ba-Wü bei 218 .000 angekommen. Tendenz weiter steigend.

Weder Bund noch Land haben vor diesem Hintergrund die Kraft zur Neuordnung der kommunalen Finanzen gefunden. Im Gegenteil : die Kinderbetreuung von 0 – 3 Jahren ( im Bundestag ist dieses
Leistungsgesetz im Vormonat auf den Weg gebracht worden ) und die 235 Mio. Euro , die das Land durch Hartz IV einspart und den Städten und Gemeinden vorenthält, sollen beispielhaft zeigen, wie auf die finanziellen Möglichkeiten der untersten staatlichen Ebene ständig negativ eingewirkt wird.

Was soll man davon halten , wenn richtigerweise gesagt wird, dass wir künftigen Generationen nicht riesige Schuldenberge hinterlassen dürfen und gleichzeitig der oberste deutsche Kassenwart Forderungen die der Bund in den nächsten Jahren gegenüber der Deutschen Post AG und der Telecom im Blick auf Pensionszahlungen hat, an den Kapitalmärkten mit Abschlägen verkauft. Für den Steuerzahler hat dieses Geschäft nur Nachteile. Zuallererst muß gesehen werden, die Pensionen der Postbediensteten müssen künftig allein aus dem Bundesetat, also mit Steuergeldern, beglichen werden. Und das bei rasant steigenden Pensionsverpflichtungen. Eines kurzfristigen Vorteils wegen ein derartiges Debakel für die nachwachsende Generation herauf zu beschwören, ist nicht nachvollziehbar.

Womit ich beim Haushaltsentwurf der Stadt Kirchheim unter Teck für das Jahr 2005 mit seinem unverändert notleidenden Verwaltungshaushalt angekommen bin. Wenn es richtig ist, dass von den Gesamtkosten einer Investition einschließlich der Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer der Anlage max. nur 30 % auf die eigentliche Investition entfallen, haben wir, für jeden leicht erkennbar, ein riesiges Problem mit dem Verwaltungshaushalt. Deshalb dürfen wir künftige Investitionsentscheidungen nur noch dann zustimmend verabschieden, wenn uns zeitgleich eine realistische und damit belastbare Betriebskostenberechnung vorliegt.

Nicht zuletzt das Modernisierungs-, Sanierungs- und Unterhaltungsprogramm für den städtischen Baubereich, welches uns im Vormonat zur Kenntnis gebracht wurde, hat drastisch aufgezeigt, dass wir nur noch mit einer harten Prioritätensetzung weiterkommen. Für das „Versenken“ bislang klaglos funktionierender Investitionen, wie z. B. den Bahnhofsvorplatz, gibt es künftig keinerlei Spielräume mehr. Eine derartige Vorgehensweise halten wir unter den gegebenen Finanzierungsmöglichkeiten für extrem verantwortungslos. Dies umso mehr, als im TA nur 4 Wochen bevor uns das 65 Mio. Euro schwere Unterhaltungsprogramm für den städtischen Baubereich vorgelegt wurde, schnell noch die Bauleistungen für den Bahnhofsbereich vergeben werden mußten. Hätten die Mitglieder des TA schon im September das für den Baubereich anstehende Investitionspaket gekannt, wäre diese Baumaßnahme beim Bahnhof mit Sicherheit nicht auf den Weg gebracht worden. Die Verantwortung für diese falsche Vorgehensweise und die daraus resultierende Entscheidung trägt u. E. der GK 3.Auch die Verwaltungsspitze können wir davon nicht freisprechen. Die Ansicht, man würde mit dieser Baumaßnahme dem Umland ein positives Signal geben ist, bei leeren Kassen, eine groteske Begründung.

Entsprechend dem eben gesagten werden wir beantragen, die Mittel zum Umbau des Ötlinger Bahnhofsvorplatzes aus der mittelfristigen Finanzplanung komplett herauszunehmen ( 2007 50 000 Euro / 2008 450.000 Euro ). Damit tun wir unseren politischen Freunden im Ortschaftsrat sehr weh, sehen aber keine Alternative hierzu.

In den kommenden Jahren wird die Stadt allein mit den Schulen an die Grenzen ihrer Investitionsfähigkeit stoßen. Nicht zuletzt hat die kürzliche Aussprache mit den Schulleitern noch viele Fragen aufgeworfen. Diese beziehen sich, ohne jetzt zu sehr auf Einzelheiten einzugehen, vor allem auf den Haushaltsrahmen, der den Schulen jeweils zugestanden ist. Die Frage kommt Ganztagesschulbetrieb z. B. an der Raunerschule ? Die Verwaltung meint nein, die Schule will aber diesbezüglich einen Antrag stellen. Mittlerweile sollen dafür auch IZBB- Mittel beantragt werden. Sind die vom Schloßgymnasium im Zusammenhang mit der Mensa diskret angesprochenen personellen Schwierigkeiten beherrschbar ? Müssen die Haushaltsrahmen der Schulen zur Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln künftig zumindest teilweise erhöht werden ? Fragen über Fragen. Wir sind davon überzeugt, dass die uns, zur Verfügung stehenden, knappen Mittel, besser für ein Sofortprogramm „ Moderne Unterrichtsgestaltung „ verwendet würden. Dabei denken wir an die rechtzeitige Beschaffung neuer Schulbücher und Laptops etc. Eines ist jedoch klar, für uns Freie Wähler haben, im Blick auf die nachwachsende Generation, die Forderungen der Schulen, wenn ihre Berechtigung nachgewiesen ist, absoluten Vorrang. Dies gilt auch für anstehende bauliche Maßnahmen an der KW-Schule, der Freihof-Realschule und, soweit sie sich doch als erforderlich erweisen sollten, die des Uhland-Gymnasiums. Ferner duldet die Fenstererneuerung an der Grund- und Hauptschule Jesingen keinen Aufschub mehr.

Abschließend zum Thema Schule noch eine Bemerkung zur Schulentwicklungsplanung. Sie kommt u.E. viel zu spät, denn bislang sind Maßnahmen für neue Einrichtungen sozusagen auf Zuruf eingeleitet worden. Systematische und abgestimmte Überlegungen , welche Erneuerungen und Ergänzungen zu allererst benötigt werden, fehlen komplett. In diesem Bereich wurden leider zweite und dritte Schritte vor dem ersten gemacht. Nach unserer Meinung ist künftig viel Geld in die Hauptschulen zu investieren, denn dort finden sich die meisten „Pisa Geschädigten“.

Im Blick auf die Sporthalle Raunerschule stimmen wir der von der Verwaltung favorisierten 2- teilbaren Variante zu. Hier läßt uns die gegenwärtige Finanzsituation keine andere Wahl.

Etwas komplizierter ist für uns das Thema Gießnauhalle. Dieses seit vielen Jahren diskutierte Projekt ist für den Teilort Nabern von herausragender Wichtigkeit. Das Engagement von Kirche, Vereinen und Bürgern ist so groß, dass u. E. eine weitere Verschiebung des Baubeginns nicht zu vertreten ist. Wir beantragen daher die Planung im Jahr 2006 durchzuführen und mit dem Bau im Jahr 2007 zu beginnen. Das heißt, die Maßnahme wird um 1 Jahr vorgezogen. Allerdings gehen wir davon aus, dass alle relevanten Einsparmöglichkeiten ( z. B. Wegfall der Hausmeisterwohnung ) ausgeschöpft und das Kindergartengelände zu marktgerechten Preisen verkauft wird.

Welchen Stellenwert das Hallenbad für die Bürger, die Schulen und die Vereine hat, konnten wir in diesem Jahr in vielfacher Hinsicht erfahren. Deshalb unterstützen wir die Weiterverfolgung dieses Themas anhand der abgespeckten Variante auf dem Grundstück der Hutteninsel. Der Standort des Bades ist für uns u.a. damit noch nicht endgültig festgezurrt. Wir beantragen die künftigen Nutzer von Anfang an in die Planung mit einzubeziehen. Davon versprechen wir uns nicht nur wertvolle Anregungen sondern auch das Aufzeigen von Einsparmöglichkeiten.

Von der Erarbeitung eines teuren Spielleitplanes halten wir nichts, solange die Stadt nicht in der Lage ist, die bereits vorhandenen Grünflächen und Spielanlagen den Erfordernissen entsprechend zu unterhalten. Neu hinzukommende Anlagen verschlimmern diesen Zustand nur noch. Nach Meinung der Freien Wähler gibt es mittlerweile im ganzen Stadtgebiet zahlreiche geeignete Spiel- und Aufenthaltsbereiche. Ein Blick auf die Klosterwiesen zeigt, was wir mit dem eben gesagten meinen.

Zum Thema Kinderspielplätze merken wir noch an, dass uns der im Schloßgraben als nicht sehr sauber und an dieser Stelle sogar als unsinnig beschrieben wurde. Eltern wollen, aus nachvollziehbaren Gründen, ihre Kinder dort nicht spielen lassen. Auch die bei der Bastion vorgesehene Spielplatzeinrichtung entzieht sich u. E. der Sozialkontrolle.

Die Ergänzung des Skaterplatzes beim Parkplatz Freibad tragen wir ebenfalls nicht mit. Der Erhalt dieser Anlage wird davon nicht berührt.

Bei den Sanierungsmaßnahmen fehlt uns im Vogthausviertel ein schlüssiges Gesamtkonzept. Was geschieht im Blick auf den ruhenden Verkehr, nachdem die Tiefgarage Rollschuhplatz nicht gebaut wird ? Wie soll der Platz vor dem Eingang zum Vogthaus gestaltet werden ? Antworten sind vor allem für die Bewohner in diesem Stadtbereich von Interesse. Vor allem ist nochmals zu überdenken, ob der in diesem Stadt-Quartier vorgesehene Kinderspielplatz seine Berechtigung hat und, wenn ja, inwieweit der Standort dafür richtig ist. Für die Neugestaltung des Rollschuhplatzes sind für die Zeit nach 2008 305.000 Euro vorgesehen. Bis dahin muß aus Sicht der Freien Wähler dort nochmals über den Bau einer Tiefgarage nachgedacht werden. Nach allem was wir wissen, nimmt der Kfz- Verkehr weiterhin zu, so daß diesbezüglich spätestens nach der Inbetriebnahme der neuen Schweinemarktgarage eine tragfähigere Entscheidungsgrundlage vorhanden ist.

Selbstverständlich betrachten wir die Innenstadt unverändert als Investitionsvorranggebiet. Nur durch eine weitere Steigerung der Attraktivität innerhalb des Alleenrings wird es möglich sein, den guten Ruf des „Kaufhauses Innenstadt“ noch zu verbessern. Der Besucher wird bislang durch den Markt, die leistungsfähigen Eizelhandelsgeschäfte und die Erlebnisqualität, die die Stadt bietet, angezogen. Daran darf sich nichts ändern. Wir mußten zu Kenntnis nehmen, dass die Einkaufsmobilität der Kunden zu - und ihre Standorttreue abgenommen hat. Ferner hat uns das GMA- Gutachten unmißverständlich klargemacht : die Innenstadterneuerung hat absoluten Vorrang vor z.B. der Umgestaltung eines Bahnhofsvorplatzes. Deshalb unterstützen wir nachdrücklich die rasche Umsetzung des für die Innenstadt beschlossenen Beleuchtungskonzeptes. Der von den Hausbesitzern dafür eingeforderte Eigenanteil, darf diese Maßnahme keinesfalls verzögern oder gar gänzlich verhindern.

Hinweistafeln auf öffentliche Gebäude und sonstige Sehenswürdigkeiten innerhalb des Alleenrings, könnten die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich ebenfalls stark verbessern. Auch die rasche Beseitigung von Pflasterschäden wirkt in diese Richtung. Zur Erhöhung der Sauberkeit tragen wir die Erarbeitung eines Bußgeldkataloges und dessen konsequente Überwachung mit.

Im Blick auf den Verwaltungshaushalt, der einmal mehr durch eine negative Zuführungsrate Ärger bereitet, haben Sie Frau Oberbürgermeisterin in Ihrer Haushaltsrede darauf hingewiesen, dass das Reg. Präs. anlässlich des Haushaltserlasses 2004 weitere Einsparungen gefordert hat. Fast bedauernd hatten Sie noch hinzu gefügt, dass konkrete Maßnahmen von dort dazu nicht benannt worden wären. Völlig richtig gelaufen, kann man da nur sagen, denn es ist zu allererst die Aufgabe der Gemeinderatsgremien, unter tatkräftiger Mithilfe der Verwaltung, hierzu konkrete Vorschläge zu machen und auch für deren Umsetzung zu sorgen. Diesem Thema werden wir uns, auch wenn es noch so schwer fällt, künftig intensiv zuwenden müssen.

Was die Personalausgaben anlangt müssen wir, trotz der unbestritten günstigen Kirchheimer Zahlen, am Ziel der weiteren Absenkung festhalten. Mehr über kurz als über lang werden andere, der Not gehorchend, sich an Städten wie Kirchheim orientieren müssen. Im übrigen kann sich der öffentliche Bereich von den allgemeinen Entwicklungen bei den Personalkosten nicht länger abkoppeln.

Was den Wirtschaftsstandort Kirchheim unter Teck angeht, werden wir alles tun damit sich die guten bis sehr guten Entwicklungsperspektiven der Stadt voll entfalten können. Auch die Chancen, die uns die neue Messe Stuttgart bietet, sind umfassend zu nutzen. In diesem Zusammenhang setzen wir sehr stark auf den Wirtschaftsbeirat und den noch zu installierenden Wirtschaftsförderer. Das diesbezüglich für 2005 auf den Weg gebrachte Handlungsprogramm, wird die richtigen Weichenstellungen vornehmen. Im übrigen stellen wir fest, dass durch den Wirtschaftsbeirat eine überaus positive Entwicklung in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Institutionen eingetreten ist.

Wie der Landeshaushalt auf Kosten der Kommunen konsolidiert werden soll, ist eingangs bereits ausreichend angesprochen. Was die zu erwartende Kreisumlage angeht, ist es ,beim Stand der Dinge, aus unserer Sicht geradezu abenteuerlich nicht zu wissen, wie ein nicht so fern liegender zusätzlicher Aufwand von bis zu 917.000 Euro ggf. ausgeglichen wird. Als deutliches politisches Signal wird diese Vorgehensweise, wie Sie Frau Oberbürgermeisterin meinen, nicht verstanden werden. Derartiges wollten die Freien Wähler im Kreistag schon letztes Jahr bewirken und sind dann, nach zweidrittel der Wegstrecke, von CDU und SPD nicht mehr unterstützt worden. Und so wird es wieder sein !

Der Herr Stadtkämmerer hat in seiner Haushaltsanalyse die Entwicklung der Umlagen innerhalb der letzten 30 Jahre veranschaulicht. Danach sind im Jahr 1974 rund 21 % und im Planjahr bereits 57 % der Einnahmen aus Steuern und Steuerzuweisungen hierfür gebunden worden. Und wenn Sie, Herr Remshardt, diesbezüglich noch darauf hinweisen, dass die zu entrichtenden Umlagen mittlerweile die Höhe der Finanzzuweisungen erreicht haben, sieht man, wie finanzielle Ausgleichszahlungen zunehmend fragwürdig geworden sind. Sie haben den richtigen Nenner gefunden : millionenschwerer und verwaltungsintensiver Transfervorgang ohne finanzielle Wirkung für die Stadt. Dies zeigt auch, eine Reform der öffentlichen Haushalte ist auf allen Ebenen unabweisbar.

Das alles hat Folgen für den Zustand der kommunalen Selbstverwaltung. Solange die Einnahmen der Kommunen von Jahr zu Jahr geringer ausfallen, die Anforderungen und Aufgaben andererseits aber zunehmen, kann die gegenwärtige Abwärtsentwicklung nicht gestoppt werden. Selbst bei der Streichung aller Freiwilligkeitsleistungen wären wir wohl nicht in der Lage einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen. Die theoretisch mögliche Veränderung der Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer nach oben, bringt zumindest im Blick auf die Gewerbesteuer mehr Nach- als Vorteile. Und auch die Hallenbelegungsabgaben, falls sie eingeführt werden sollten, bedeuten keine Rettung. Dies vor allem deshalb nicht, weil Jugendliche und Schüler voraussichtlich davon befreit bleiben sollen.

Mittelfristig können die Einnahmen der Stadt in erster Linie nur durch den verstärkten Verkauf von Baugrundstücken und Gebäuden bzw. Gebäudeteilen verbessert werden. Bei der Umsetzung dieser Überlegung, die ja nicht mehr so neu ist, vermissen wir allerdings bislang die dazu erforderliche Professionalität.

Im Ausgabenbereich ist vor allem der hohe Zuschußbedarf für das Friedhofswesen ein Ansatzpunkt um Erleichterungen zu schaffen. Ein Thema mit dem sich der Gemeinderat erneut befassen muß. In diesem Zusammenhang beantragen wir, die Beschaffung eines Baggers für den Waldfriedhof ( 97.000 Euro ) um ein Jahr zu verschieben. Um den Einsatz der nur noch spärlich vorhandenen Finanzmittel effektiver zu gestalten, wollen wir darüber hinaus beantragen, zu prüfen, inwieweit eine engere Zusammenarbeit zwischen FBS und VHS möglich ist. Wir denken dabei auch an eine gemeinsame Geschäftsführung. Gleichzeitig ist zu prüfen, ob Überschneidungen in den Angeboten beider Einrichtungen künftig ausgeschlossen sind.

Die Freien Wähler wollen auch weiterhin tatkräftig zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes beitragen. Deshalb stellen wir keinen Antrag, der dazu führen könnte vermehrt Geld auszugeben. Das Gegenteil ist angestrebt. Dies trifft auch im Falle des Vorziehens der Gießnauhalle zu, weil hier eine ohnehin vorgesehene Investition lediglich um 1 Jahr vorgezogen werden soll. Mit einem vergleichsweise kleinen Betrag wird dafür der Verwaltungshaushalt, durch niedrigere Betriebskosten, bereits 1 Jahr früher entlastet.

Der Wirtschaftlichkeit, dieser Erfolgsmeßzahl aus dem Verhältnis Leistung zu Kosten, muß künftig bei all unseren Überlegungen ein absoluter Vorrang eingeräumt werden. Bei den uns allen bekannten Abhängigkeiten und Verflechtungen im öffentlichen Bereich, eine sehr schwere Aufgabe. Eines muß bei alldem aber auch klar sein, falls wir die Kraft zur Selbsthilfe nicht finden sollten, droht uns, wie vielen anderen Städten auch, der Staatskommissar und damit zumindest eine temporäre Unterbrechung oder Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung. Schon Goethe hat gesagt : „Fromm erflehet Segen euch von oben, aber Hilfe schafft euch tätig wirkend selber“ .




Anträge zum Haushalt 2005