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› Haushaltsrede 2006

Anträge zum Haushalt 2006

 

Frau Oberbürgermeisterin, Herr Bürgermeister, Herr Remshardt, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren ,

auch in diesem Jahr bedanken wir uns zuallererst bei der Verwaltung für die gewissenhafte Ausarbeitung und rechtzeitige Vorlage des Haushaltsplanentwurfes 2006.

Das Jahr 2005, welches in Kürze schon Geschichte ist, hatte für uns als Stadt, aber auch weit darüber hinaus, so manche überraschende Entwicklung parat.. Zuerst ist da der Offenbarungseid der Bundesregierung anzuführen, die nach der NRW- Wahl am 22. Mai kurzerhand erklärte, sie finde bei den die Regierung tragenden Koalitionsparteien keinen Rückhalt mehr. Alles darauf folgende ist hinreichend bekannt. Was dabei bereits vorher so manchem klar war, ist zwischenzeitlich allgemeine Erkenntnis geworden, nämlich, die Staatsfinanzen sind ruiniert. Ohne Prophet zu sein, muss davon ausgegangen werden, dass die anstehende Konsolidierung des Staatshaushaltes für alle Bürger, und wohl auch für die Städte und Gemeinden, harte zusätzliche Belastungen bringen wird.

Auch das Land will, um einen verfassungsgemäßen Nachtragshaushalt für 2006 vorlegen zu können, erneut die Kommunen abkassieren. Den kommunalen Spitzenverbänden ist daher erst kürzlich erklärt worden, dass sie mit weiteren 38 Mio. Euro am Ausgleich des Nachtraghaushaltes beteiligt sind. Noch im Oktober 2004 hatte der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel den Kommunen in Aussicht gestellt, dass von ihnen nicht mehr verlangt würde, als die in den Doppelhaushalt 05/06 eingearbeiteten 700 Mio. Euro. Weil am kommunalen Finanzausgleich zwischenzeitlich aber noch weitere Abstriche vorgenommen worden sind, erhöht sich dieser Betrag auf 908 Mio. Euro. Dazu kommen dann noch die eben genannten 38 Mio., so dass den Städten und Gemeinden im lfd. und im nächsten Jahr rund 950 Mio. Euro vorenthalten werden.
Nach einer Prognose der Steuerschätzer können wir zwar davon ausgehen, dass das Land im kommenden Jahr wieder höhere Steuereinnahmen hat. Ein Großteil dieses Geldes fließt allerdings über den Länderfinanzausgleich sofort wieder ab. Deshalb kommt wenig Hoffnung auf, dass sich kurzfristig etwas zum Besseren wenden könnte.

Noch im Frühjahr waren sich Kanzler Gerhard Schröder und die CDU- Chefin Angela Merkel auf dem Jobgipfel aus gutem Grund einig, Betriebe rasch zu entlasten. Jetzt heißt es plötzlich, die Körperschaftssteuern werden frühestens 2007 gesenkt. Damit findet sich die Politik ein weiteres Jahr damit ab, dass die Belastung der Unternehmen hier zu Lande international zu den höchsten gehört. Was muss denn eigentlich noch passieren, damit Politiker aufwachen ? Die dringend notwendige Senkung der Arbeitslosenzahlen und die damit einhergehende Entlastung der Sozialkassen, wird so mit Sicherheit nicht stattfinden!

Womit ich zum HH- Entwurf der Verwaltung komme, der im Volumen dem des Vorjahres ähnelt. Und nach all dem bisher gesagten, fange ich mit der Wirtschaftsförderung an. Um sie im neuen Jahr einzurichten, soll u.a. der Hebesatz für die Gewerbesteuer um 10 Prozentpunkte angehoben werden. Das brächte ca. 250.000 Euro, womit die mit diesem Amt im Zusammenhang stehenden Personal- und Sachkosten gedeckt wären. Unseres Erachtens begeben wir uns hiermit auf den falschen Weg, vor allem wenn man glaubt, diese Kosten auf die bereits ansässige Wirtschaft abwälzen zu müssen. Aus Sicht unserer Fraktion dient die Wirtschaftsförderung dem Standort, indem neue Arbeitsplätze geschaffen, sowie zusätzliche Grundstückserlöse und Steuereinnahmen realisiert werden. Auch für nicht ansässige und evtl. entstehende Unternehmen ist diese Einrichtung selbstverständlich erforderlich. Nachdem die Gewerbesteuerzahlungen zuletzt eine für die Stadt erfreuliche Entwicklung zeigen und außerdem weitere Steigerungen zu erwarten sind, ist es geradezu kontraproduktiv, die Kuh, die wieder Milch gibt, noch mehr auszuquetschen. Wenn die Gewerbesteuer für den einen oder anderen Betrieb, auch wegen des Anrechnungsverfahrens, vielleicht nicht der alles entscheidende Faktor ist, so ist es dennoch das falsche Signal. Ferner muss in diesem Zusammenhang die Beteiligungsbereitschaft der Wirtschaft im Rahmen eines ppp-Modells gesehen werden. Mit unseren Stimmen zur Hebesatz-Anhebung darf deshalb niemand rechnen, denn für uns ist das hoffentlich erfolgreiche neue Amt in erster Linie zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger und zuletzt für die Wirtschaft selbst einzurichten. Im übrigen hegen wir die Erwartung, dass der Wirtschaftsförderer die durch sein Amt verursachten Kosten in wenigen Jahren mehrfach hereinspielt.

Die vorgesehenen Mehreinnahmen durch Gebührenerhöhungen im Bereich Abwasser, Kindergärten und im Bestattungswesen tragen wir mit. Insgesamt sind dies jedoch keine Maßnahmen, die dem schwachen Verwaltungshaushalt nachdrücklich helfen können.

Erfreulicherweise kann wenigstens wieder eine Zuführung erwirtschaftet werden. Allerdings wird die Mindestzuführung nicht erreicht, und damit ist zwangsläufig bei der Netto-Investitionsrate Fehlanzeige zu vermelden. Dass es aber überhaupt zu einer Zuführung kommt ist dem harten Sparkurs der Verwaltung zu verdanken, den wir hiermit ausdrücklich anerkennen.

Die Fortschritte zur Reduzierung der Personalkosten sind ebenso erfreulich, und selbstverständlich sehen wir die dadurch weiter gestiegenen Anforderungen an die Mitarbeiter der Verwaltung. Ihnen gehört unser Dank für die, für die Stadt und ihre Bürger, erbrachte Leistung.

Im Zuge unserer diesbezüglichen Diskussion sind allerdings auch Fragen aufgetaucht.
Die wesentlichsten waren :
1. Sind die vier Ingenieure im Planungsamt unabweisbar
erforderlich ?
2. Müssen so viele Gutachten/Planungen fremdvergeben werden ?
3. Sind die Kräfte für das Ordnungsamt ausreichend um die
eingeleiteten Maßnahmen (z.B. Bußgeldkatalog) in Stadt und
Flur umzusetzen ?
Hierzu erwarten wir eine Antwort der Verwaltung.

Die mit der Neustrukturierung des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft verbundenen personellen Veränderungen, sehen wir als Schritt in die richtige Richtung. Es besteht dadurch die begründete Hoffnung, dass in diesem Bereich künftig noch effizienter und wirtschaftlicher gearbeitet werden kann. Viel wird dabei von einer guten Personalauswahl abhängen. Auf einen Teilaspekt dieser Veränderung komme ich gleich noch einmal zu sprechen.

Auch im neugeschaffenem Baubetriebsamt sehen wir eine wesentliche Verbesserung in der Organisationsstruktur der Verwaltung.. Darüber hinaus begrüßen wir die Anstrengungen der Verwaltungsspitze auch in anderer Bereichen, möglichst kurzfristig, spürbare Fortschritte in den Arbeitsabläufen zu erzielen.

Das Klagen über Umlagebelastungen ist schon deshalb wenig konstruktiv, weil aus Sicht der Stadt ohnehin nicht viel daran verändert werden kann. Allerdings sind auch wir der Meinung, dass der Kreistag alles tun muss, damit die Kreisumlage bei 43 Prozentpunkten festgesetzt wird. Das bedeutet immerhin einen Wenigeraufwand von 279.000.- Euro für die Stadt. Aufgrund der im Jahr 2004 verbesserten Steuerkraftsumme aller Kreisgemeinden bekommt der Kreiskämmerer, trotz der scheinbar geringeren Umlage, mehr Geld in die Kasse als im lfd. Jahr. Selbst der Landrat hat in seiner HH-Rede eine weitere 1 % ige Senkung der Umlage theoretisch für möglich gehalten. Praktisch hat er eine derartige Vorgehensweise allerdings abgelehnt.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Beitrag der Stadt zur Deutschen Einheit. Mit 1,19 Mio. Euro sind wir im kommenden Jahr dabei. Bis zum Ende des Finanzplanungszeitraumes werden es 18,8 Mio. Euro sein, die die Stadt für den Fond Deutsche Einheit aufgebracht hat. In Zeiten knapper Kassen keine leichte Aufgabe, trotzdem überwiegt bei uns die Freude, dass es vor 15 Jahren gelungen ist, die deutschen Länder wieder zu vereinigen.

Wir haben im Blick auf den Verwaltungshaushalt immer gesagt, dass zuerst alle Einsparmöglichkeiten untersucht und soweit möglich umgesetzt sein müssen, bevor wir weiteren Steuererhöhungen zustimmen können. Die Verwaltung ist, im Einvernehmen mit dem Gemeinderat, hierbei auf einem guten Weg. Erst die nähere Zukunft wird daher zeigen, ob Veränderungen bei den Steuerhebesätzen, auch aus unserer Sicht, zu einer verantwortlichen Gemeindepolitik passen. Hier ist schlussendlich die ganz einfache Frage zu klären, mit wie viel an weniger muss die Stadt künftig auskommen ?

Im Vermögenshaushalt ist der Wille besonders in Schulen zu investieren deutlich erkennbar. Bis 2009 sollen allein 13,7 Mio. Euro für die Bildung aufgebracht werden. Die hier vorgesehenen Maßnahmen können wir, soweit die Randbedingungen stimmen, voll mittragen.

Neuere Untersuchungen bestätigen, dass der Erfolg von Schülern unverändert stark von der sozialen Herkunft abhängt. Deshalb ist es wichtig, die Ganztagsbetreuung rasch voranzubringen, weil wir nur so für besserer Bildungschancen sorgen können. Leider ist aber auch erkennbar, dass bei der Umsetzung der pädagogischen Konzepte, die Absichtserklärungen des Landes mit der gelebten Wirklichkeit nur schwer in Einklang zu bringen sind. Wir müssen deshalb den Fortgang der Dinge aufmerksam überwachen und erforderlichenfalls alles tun, dass die dringend notwendige Ganztagesbetreuung unserer Kinder nicht zur Ganztagesaufbewahrung verkommt.

Im Blick auf Schulbauten weisen wir darauf hin, dass anlässlich der letzten Klausur des Gemeinderates der Verwaltung ein Prüfungsauftrag zur Reduzierung der Investitionskosten für die KW-Schule mitgegeben wurde. Die unverändert bereitgestellten 6,2 Mio. Euro sind u.E. zu hoch.

Bereits im letzten Jahr hatten wir gefordert, dass die Fenstererneuerung an der Grund- und Hauptschule Jesingen unverzüglich durchzuführen ist. Herr Gregor hat diese Maßnahme kürzlich, bei der Anhörung der Schulleiter, erneut angesprochen und auf deren Dringlichkeit hingewiesen. Wir werden deshalb beantragen, die dortige Fenstererneuerung in 2006 vorzunehmen. Das hierzu notwendige Geld (30 000.- Euro), möchten wir durch Kürzung bei der „Gestaltung der Stadteingänge“ bereitstellen. Im übrigen zeigt dieser Vorgang die von vorn herein z.T. sehr eingeschränkten Wirkungsmöglichkeiten der beiden neuen Stellen Immobilienfachwirt und Energieingenieur. Wenn, was zu befürchten ist, für deren Erkenntnisse das Geld zur Mängelbeseitigung fehlt, können jährlich auch keine 450 000.- Euro eingespart werden.

Bedauerlicherweise müssen Investitionen im Tiefbau zugunsten des Hochbaus stark zurückgefahren werden. Dabei sind weitere Fortschritte, z.B. gerade im Straßenbau, die wichtigste Voraussetzung für eine möglichst reibungslose weitere Aufsiedelung des Kruichlings, sowie des Hegelesberges. Dauerhaft kann dies nur funktionieren, wenn die Verkehrsverhältnisse im Bereich der BAB- Anschlussstelle/West, ohne dabei jetzt schon auf Details einzugehen, eine grundsätzliche Verbesserung erfahren. Ferner beantwortet der vorliegende Haushaltsentwurf leider auch nicht die Frage, wie das im Bereich Straßen / Brücken etc. anstehende Modernisierungs- und Sanierungsprogramm jemals abgearbeitet werden kann. Auch für Optimisten geradezu düstere Aussichten.

Ein Wort noch zur NW-Tangente. Dieser Straßenbau, wie auch die Ortsumfahrungen von Jesingen und Ötlingen, scheint uns dauerhaft unabweisbar zu sein. Beim letzten Stadtforum „Mobilität der Zukunft“ ist auch von den Vertretern der Verwaltung die Wichtigkeit dieser Straße unterstrichen worden. Allerdings leisten wir uns den Luxus, hierzu eine Trasse planfeststellen zu lassen, die aus heutiger Sicht nicht finanzierbar ist und, selbst wenn sie fertiggestellt würde, einen viel zu hohen betrieblichen Aufwand mit sich brächte. Nachdem Sie, Frau Oberbürgermeisterin, im Wahlkampf in Schrift und Wort zum Ausdruck brachten, „Nordwesttangente zu den Akten legen, weil sie nicht mehr finanzierbar ist“, muss bei dieser Vorgehensweise nicht unbedingt der ein Schuft sein, der Böses dabei denkt.

Die vom Gemeinderat im Jahr 2002 festgesetzten Zukunftsinvestitionen haben u.E. nach wie vor Gültigkeit. Kritisch wird es nur dann, wenn die auch in diesem Zusammenhang erforderliche Prioritätenliste auf den Kopf gestellt wird. Deshalb sprechen wir nochmals den Bahnhofsvorplatz an. In Zeiten knapper Kassen war es keine Meisterleistung, die der Gemeinderat, tatkräftig unterstützt von der Verwaltung, hierzu mehrheitlich zustande brachte. Auch Herrn Prof. Dr. Ing. Markus Friedrich hat dieser Umbau offenbar nicht sonderlich beeindruckt. So zumindest haben wir, beim letzten Stadtforum, seine diesbezügliche Einlassung verstanden.

Die Erstellung eines Parkhauses beim Bahnhof findet im Finanzplanungszeitraum keinen Niederschlag. Damit wird alles, was zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs, nach erfolgtem
S-Bahn Anschluss, bisher angedacht war, in Frage gestellt.

Was die vorgesehene Umschichtung, der für Zukunftsinvestitionen vorgesehenen Mittel zugunsten der anstehenden Schulbauten anlangt, muss festgestellt werden, dass auch dies ein zweischneidiges Schwert ist. Der Gedankengang der Verwaltung in 2006 auf eine Schuldaufnahme zu verzichten, um ab 2007 bis 2009 eine jährliche Netto-Investitionsrate von je ca 1,3 Mio. Euro zu erwirtschaften, ist auf den ersten Blick nachvollziehbar. Andererseits muss man sehen, dass es sich bei Schulbauten um eine von niemanden abweisbare Pflichtaufgabe handelt, für die noch am ehesten ein breiter Konsens zu erreichen ist, diese über Darlehen zu finanzieren. Darüber müssen wir, wegen der anderen Zukunftsinvestitionen, im Zuge der Haushaltsberatungen nochmals eingehend sprechen.

Der Ausbau des Radweges beim Wiesenweg macht für uns unverändert wenig Sinn und ist als Luxus-Baumaßnahme abzulehnen. Wir beantragen deshalb die Absetzung dieser Arbeiten und schlagen vor, den Radweg Wieland – Kernerstraße dafür evtl. vorzuziehen.

Bei den Kinderspielplätzen ist uns der ordnungsgemäße Erhalt bereits vorhandener Anlagen wichtiger, als der Zubau neuer. Ebenso beantragen wir für 2006 die Streichung der 40 000.- Euro, die zugunsten der Grünanlagenkonzeption eingestellt werden sollen.

Dass Straßensanierungen vielfach auf 2009 ff zurückgestellt werden, ist aufgrund des fehlenden Geldes einsichtig. Allerdings müssen dort, wo mit Rücksicht auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt, bereits Warntafeln u.ä. aufgestellt sind Sofortmaßnahmen zur Beseitigung der gröbsten Mängel eingeleitet werden.
Im Zuge der Neugestaltung der Stadteingänge schlagen wir vor, den unschönen Zustand am Krautmarkt endlich mit der Errichtung eines Kioskes zu beseitigen. Dazu soll, die hierfür seit Jahren vorgesehene Fläche an einen Interessenten verpachtet bzw. verkauft werden. Die Verwaltung wird beauftragt, die hierzu erforderlichen Schritte einzuleiten.

Wie es aussieht, können die umfangreichen Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen im Vogthausviertel in den kommenden beiden Jahren abgeschlossen werden. Das ist besonders erfreulich, weil damit ein Schlussstrich unter die diesbezüglichen Arbeiten in der Kernstadt gemacht werden kann.
Nachdem die Tiefgarage Rollschuhplatz wenig Aussicht auf eine Realisierung hat, beantragen wir, mit geringem finanziellem Aufwand, die Voraussetzung für eine dauerhaft geordnete Parkierung auf dieser Fläche zu schaffen. Die unserem Antrag beigefügten Pläne erläutern diese Überlegung.

Im Stadtteil Ötlingen sind das Bahnhofsumfeld (Mittelansatz 2008/2009 ), die Sanierung der Eduard-Mörike-Halle, die Erweiterung der Aussegnungshalle, die künftige Überbauung der „Halde II“ sowie die weitere Entwicklung in der Ortsmitte die Hauptanliegen. Hier bitten wir die Verwaltung dem Gemeinderat darzustellen, wie sie den weiteren Fortgang der jeweiligen Angelegenheit sieht.

Für die Jesinger ist es völlig unverständlich, weswegen die Verpflichtungsermächtigung für 2006 zur Sanierung der Gemeindehalle ersatzlos gestrichen ist. Im vorliegenden Haushaltsentwurf 2006 findet die Sache keinen Niederschlag mehr. Nach unserer Kenntnis geschah dies ohne Rücksprache. Wegen der Wichtigkeit dieser Maßnahme, auch für Vereine und Bürger der Kernstadt, beantragen wir, die im lfd. HH noch vorgesehenen Mittel konsequenterweise in den neuen einzustellen.

Im Rahmen unserer letztjährigen HH-Rede hatten wir beantragt, die Planung für den Neubau der Naberner Gießnauhalle im Jahr 2006 durchzuführen und im Jahr 2007 mit dem Bau zu beginnen. Wie die Sache endete ist hinlänglich bekannt. Wegen der hohen Kosten hat der Gemeinderat beschlossen von einem Neubau Abstand zu nehmen. Die zwischenzeitlich uns vorgestellten Planungsvarianten sind ebenfalls nicht finanzierbar, so dass an der im Frühjahr ins Auge gefassten Hallen-Sanierung kein Weg vorbeiführt.

Die Freien Wähler werden auch weiterhin tatkräftig zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes beitragen. Dies ist erneut auch an den von uns gestellten Anträgen zu erkennen. Wir sind auch bereit die Schwerpunktbildung in Richtung Schulen mitzutragen, werden aber ebenso, immer wieder, auf andere für die Stadt und ihre Bürger wichtige Investitionen hinweisen. Im Rahmen der Möglichkeiten muss auch deren Realisierung uns allen ein Anliegen sein.

Schließlich bedanken wir uns nochmals bei der Verwaltung für die geleistete Arbeit. Unser früherer Oberbürgermeister Werner Hauser sagte am 27.01.1988, anlässlich der Übergabe der Geschäfte an seinen Nachfolger Peter Jakob : „Der neue OB Kirchheims wird auch künftig Ober- und Unterägypten in seine Obhut nehmen müssen“. Ihnen
Frau Oberbürgermeisterin können wir bestätigen, sie wurden diesem Anspruch gerecht und sind in kurzer Zeit das Stadtoberhaupt für alle Kirchheimer geworden. Das verdient unsere Anerkennung.

Anträge zum Haushalt 2006