Sehr
geehrte Frau Matt-Heidecker, sehr geehrter Herr Riemer,
sehr geehrter Herr Sedlaczek-Kohl,… meine Damen
und Herren,
die Fraktion der Freien Wähler im Ortschaftsrat
möchte sich in ihrer Haushaltsrede auf eine Reihe
wichtiger Themenkomplexe konzentrieren, die im wesentlichen
eine Fortschreibung bereits früher erhobener
Forderungen beinhalten.
Wir nehmen zur Kenntnis, dass die Finanzlage der Stadt
Kirchheim angespannt ist und dass in den nächsten
Jahren eine Anzahl kostenträchtiger kommunaler
Aufgaben zu bewältigen sein werden. Andererseits
gibt es nachprüfbare Aussagen zur Einnahmensituation
der Gemeinden in Baden-Württemberg. So hat nach
Darstellung des Bundes der Steuerzahler das Statistische
Landesamt Baden-Württemberg festgestellt, dass
die Einnahmen der Gemeinden aus der Gewerbesteuer
in den ersten drei Monaten des Jahres 2006 den Stand
des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 25,3 % übertroffen
habe. Die Planzahlen für das laufende Jahr 2006
ergäben für das laufende Jahr steigende
Steuereinnahmen um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr:
450 Mio. Euro stünden den Gemeinden zusätzlich
zur Verfügung. Es wäre interessant, in der
folgenden Aussprache zu erfahren, ob unsere Stadt
von diesem Trend ebenfalls profitiert hat.
Doch nun zu unseren Anliegen im einzelnen:
Erste Priorität räumen wir nach wie vor
der Sanierung der Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle
ein. Wir haben mit größtem Erstaunen und
einer gewissen Verbitterung zur Kenntnis nehmen müssen,
dass der Kirchheimer Stadtteil Nabern einen Neubau
der Gießnauhalle für mehrere Millionen
Euro zugesprochen bekam, obwohl im Haushaltsplanentwurf
für 2006 „nur“ 700.000 € für
die Sanierung der alten Halle vorgesehen waren. Wir
sind der Auffassung, dass hier mit zweierlei Maß
gemessen wurde und dass die Naberner Interessenvertretung
– aus welchen Gründen auch immer –
mehr Gehör fand als die der Ötlinger.
Zudem ist uns von der Verwaltung bis Mitte des laufenden
Jahres ein Sanierungskonzept für die Halle in
Aussicht gestellt worden, das bis dato jedoch nicht
vorliegt. In den Finanzplan für 2007 sind 20.000
Euro eingestellt, für die Folgejahre bis 2011
stellen wir aber gähnende Leere fest. Wir interpretieren
diesen nackten Fakten so, dass die Sanierung auf Eis
gelegt werden soll, lassen uns aber gern im Anschluss
eines Besseren belehren.
In diesem Zusammenhang sei die Auffassung eines amtierenden
Gemeinderats aus einem Artikel des Teckboten v. 1.9.06
zitiert, die wir uns vollinhaltlich zu eigen machen:
„…Statt rechtzeitig nach seinem Besitz
zu schauen, wie es jeder vernünftige Privatmann
tun würde, werden Erhaltungsmaßnahmen bei
öffentlichen Bauten oftmals entweder verschlafen
oder aus (in Anführung)„Geldmangel“(Anführung
geschlossen) auf die lange Bank geschoben. Dass es
später meist überproportional teurer wird,
ignoriert man. Das endlich begonnene Gebäudemanagement
der Stadt wird hoffentlich für mehr Transparenz
und eine Gegensteuerung sorgen.“ Unsere Frage
in diesem Zusammenhang ist die: inwieweit ist unsere
Halle in diesem zitierten Gebäudemanagement erfasst?
Wir begrüßen es, dass im Finanzplan 2008
und 2009 insgesamt 140.000 € für die Umgestaltung
des Bahnhofsumfelds eingesetzt sind. Nicht ganz klar
ist für uns, warum erst 2011 ff weitere 360.000
€ veranschlagt sind, da die S-Bahn doch bereits
ab Dezember 2009 rollen soll. Für diesen Planansatz
hätten wir gerne eine Erklärung.
Die „klaffende Wunde“ in der Ötlinger
Ortsmitte beschäftigt uns nach wie vor stark.
Hier sollte nach unserem Dafürhalten eine offensivere
Investorensuche erfolgen, eventuell auch dergestalt,
dass man einem potenziellen Investor in finanzieller
Hinsicht mehr entgegenkommen müsste. Dass laut
Finanzplan das ganze „Paket“ auf den Zeitraum
nach 2010 hinausgeschoben werden soll, halten wir
für ein falsches Signal und eine kleine Kapitulation.
Die Entwicklung der Bebauung in der Halde macht uns
weiterhin Kopfzerbrechen. Hier fehlt uns eine übergreifende
Planung in Hinblick auf weitere Quartiere, in der
einer nachgewiesenen Nachfrage nach aufgelockerter
Bauweise und freistehenden Einfamilienhäusern
Rechnung getragen würde. In diesem Zusammenhang
sehen wir auch kritisch, dass städtische Belegungsrechte
für fünf Wohneinheiten in dieses Gebiet
integriert werden sollen, während andere Stadtteile
in dieser Frage außen vor bleiben.
Wir finden es gut, dass die Planung für eine
Entspannung der Parkierungskonzeption rund um das
Eduard-Mörike-Schulareal endlich auf die Rampe
geschoben werden soll: diese 55.000 € sind sicher
richtig eingesetzt.
Der anstehende Ausbau der Kiefernstrasse wird von
uns begrüßt. Wir weisen allerdings darauf
hin, dass die Anwohner in einer Anliegerversammlung
frühzeitig auf die Kosten hingewiesen werden
sollten, die auf sie zukommen. Eine ähnliche
Verstimmung der betroffenen Bürger, wie sie jetzt
durch die Umlagekosten für die Lärmschutzwand
an der Umgehungsstraße Nord-Ost im Bereich Wiesenweg
/ Zementstraße entstanden sind, sollte tunlichst
vermieden werden.
Nicht einverstanden sind wir mit der Hinausschiebung
der Erstellung des Radwegs Wielandstraße/Kernerstraße
auf den Zeitraum nach 2010. Die Stadt Kirchheim hält
sich viel auf ihr funktionierendes Radwegenetz zugute
und es sind Überlegungen im Gange, wie man die
letzten Lücken sinnvoll schließen könnte.
Auch die Agenda „FahrRad“ ist sehr aktiv
und hat schon manchen Anstoß geliefert. Deshalb
sind wir der Auffassung, dass diese Lücke im
Radwegenetz im Sinne einer weiteren Optimierung früher
geschlossen werden müsste, als eine Möglichkeit,
den gefährlichen kombinierten Fuß-/Radweg
entlang der Stuttgarter Straße vermeiden zu
können.
Und nun noch ein „Knaller“, den manche
in der Runde vielleicht für einen vorgezogenen
Faschingsscherz halten, der andere aber möglicherweise
nachdenklich macht. Uns ist es damit allerdings „bierernst“:
wir möchten die Untersuchung der Möglichkeit
eines Kreisverkehrs in der Ötlinger Ortsmitte
anregen.
Zur Begründung:
1. Die Verkehrssteuerung durch Ampelregelung funktioniert
an dieser Stelle nicht zufrieden stellend;
2. der Trend geht eindeutig in Richtung Abbau der
Ampelanlagen und der Reduzierung lästiger und
oft nicht nachvollziehbarer Wartezeiten;
3. an Stellen, wo Kreisverkehre zunächst als
nicht machbar erklärt wurden, sind jetzt welche
eingerichtet und sie funktionieren bestens: als Beispiele
mit ähnlich starkem Verkehrsaufkommen seien genannt
? Notzingen Kreisstraßen 1205/1207
? Wendlingen Kreuzung Stuttgarter Straße –
Wehrstraße - Speckweg in Höhe des Discounters
ALDI
? Der so genannte Köngener „Römerkreisel“
an der Kreuzung Bahnhofstraße – Plochinger
Straße – Nürtinger Straße –
Kirchheimer Straße.
4. Auch der Kreisverkehr an der Tiefgarage Schweinemarkt
geriet zunächst unter schweren Beschuss, scheint
aber jetzt angenommen zu werden und verhältnismäßig
reibungslos zu funktionieren.
In dieser Sache gibt es von unserer Fraktion im Anschluss
einen einschlägigen Antrag.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
Für die Fraktion der FW
Dr. Ernst Kemmner – Dr. Herbert Landthaler –
Klaus Moosmann.
Antrag
Wir beantragen eine Prüfung für die Einrichtung
eines Kreisverkehrs an der Kreuzung in der Ötlinger
Ortsmitte durch die Verkehrskommission.
Zur Begründung:
1. Die Verkehrssteuerung durch Ampelregelung funktioniert
an dieser Stelle nicht zufrieden stellend;
2. der Trend geht eindeutig in Richtung Abbau von
Ampelanlagen und der Reduzierung lästiger und
oft nicht nachvollziehbarer Wartezeiten;
3. an Stellen, wo Kreisverkehre zunächst als
nicht machbar erklärt wurden, sind jetzt welche
eingerichtet und sie funktionieren bestens. Als Beispiele
mit ähnlich starkem Verkehrsaufkommen seien genannt
? Notzingen Kreisstraßen 1205/1207
? Wendlingen Kreuzung Stuttgarter Straße –
Wehrstraße - Speckweg in Höhe des Discounters
ALDI
? Der sogenannte Köngener „Römerkreisel“
an der Kreuzung Bahnhofstraße- Plochinger Straße
– Nürtinger Straße – Kirchheimer
Straße.
4. Auch der Kreisverkehr an der Tiefgarage Schweinemarkt
geriet zunächst unter schweren Beschuss, scheint
aber jetzt angenommen zu werden und verhältnismäßig
reibungslos zu funktionieren.
Für die Fraktion der Freien Wähler
Dr. Ernst Kemmner – Dr. Herbert Landthaler –
Klaus Moosmann