Polizeiverkehrsschau
mit den Freien Wählern Marbach
Polizeiverkehrsschau
mit den Freien Wählern Marbach
Wenn
Sie wissen wollen, wie es bei der Polizei
zugeht, schauen Sie im Fernsehen “Cobra 11“,
begann Jens Brockstedt, Leiter der Autobahn-
und Verkehrspolizei Weinsberg seinen Vortrag
und man sah den Schalk aus seinen Augen blitzen.
Dabei zeigte er auf ein Dia mit einem völlig
demolierten, auf dem Dach liegenden Polizeiwagen.
Solch Verschwendung an Material würde
sein Budget gar nicht hergeben, außerdem
seien derartige Stunts viel zu gefährlich,
lachte Herr Brockstedt. Im Übrigen sei
das Polizeiauto der mobile Arbeitsplatz seiner
Mitarbeiter, die 5 bis 6 Stunden am Tag ihren
Dienst darin versehen.
5
Beamte aus den unterschiedlichsten Bereichen
seiner Polizeidienststelle nahmen nun drei
Stunden lang die knapp 50 Freien Wähler
und Marbacher Bürger mit auf eine fiktive
Reise durch das Einsatzgebiet der Polizeidienststelle
Weinsberg, das sich rund um das Weinsberger
Kreuz von Möckmühl nach Mundelsheim,
von Bad Rappenau nach Bretzfeld erstreckt.
Ein
vielfältiges, spannendes Spektrum an
Aufgaben und Einsätzen haben die rund
80 zuständigen Beamten auf diesem Autobahnabschnitt
und im Stadt- und Landkreis Heilbronn abzudecken.
Der
Streifendienst kümmert sich z.B. um die
Unfallaufnahme und die Beseitigung von Gegenständen
auf den dicht befahrenen Autobahnen. Dabei
muss der Polizist die 16 Meter von Leitplanke
zu Leitplanke unter Umständen mit schwerer
Last im Sprint überwinden. Eine riskante
und lebensgefährliche Aufgabe zum Schutze
der nachfolgenden Autofahrer.
Nicht
weniger Action gibt es in der Fahndungsgruppe,
die mit 12 Mann versuchen, der immer gewitzter
werdenden Drogenmafia Herr zu werden. Das
Beschlagnahmen von 18 kg Marihuana, 34 kg
Kath, 3 kg Kokain und einer weiteren Ladung
von 32 kg Marihuana sind nennenswerte Erfolge
in den Jahren 2005 bis 2009. Exzellente internationale
Zusammenarbeit, viel Erfahrung und einen sprichwörtlichen
Riecher für mögliches kriminelles
Potenzial der vorbeirasenden Autofahrer sind
nötig, um solch beachtliche Mengen an
Rauschmitteln aus dem fließenden Verkehr
herauszufiltern.
Mit von der Partie sind in diesem Team auch
einige Beamtinnen, da zunehmend Frauen in
die kriminellen Machenschaften verwickelt
sind.
Bei
routinemäßigen Kontrollen mussten
die Beamten eine Vielzahl gefährlicher
Waffen und verbotener Gegenstände beschlagnahmen,
die den staunenden Teilnehmern ausführlich
gezeigt wurden: Springmesser, Elektroschockgeräte,
Totschläger, Schlagringe, Schreckschusspistolen,
Wurfmesser, mehrere Haschischpfeifen, sogar
ein Morgenstern befinden sich seither im Gewahrsam
der Polizei.
Etwas
weniger spektakulär aber dennoch nicht
weniger effektiv arbeitet der Kontrolldienst,
der mittels Videoüberwachung per Motorrad,
stationärer Geschwindigkeitsmessungen
oder Abstandsüberwachung per Helikopter
aus der Luft dafür sorgt, dass Verkehrsteilnehmer,
die sich ordnungswidrig verhalten, entsprechend
verwarnt werden. Dabei war es den Beamten
sehr wichtig zu betonen, dass der präventive
Charakter ihrer Arbeit im Vordergrund steht,
nämlich die Straßen sicherer zu
machen, Unfälle zu verhüten und
Strecken mit Unfallschwerpunkten zu entschärfen.
In
diesem Zusammenhang erwähnenswert sind
auch viele Präventionsmaßnahmen
der Polizei, die sie in Zusammenarbeit mit
dem TÜV und der Dekra ausrichtet, da
technische Mängel an Fahrzeugen häufig
Ursache für Unfälle sein können.
Ganz
wichtig ist natürlich auch die Überwachung
des Schwerlastverkehrs, die rund 10 Beamten
obliegt. 20.000 bis 30.000 LKW befahren tagtäglich
den Zuständigkeitsbereich der Polizeidienststelle
(rund 100.000 Fahrzeuge insgesamt). Dabei
richten die Beamten ihren Blick unter anderem
auf die Ladungssicherung, die Gewichtskontrolle
per Waage, Tiertransporte und die Abfalltransporte
in der Region.
Zahlreiche
erläuternde Beispiele in Form von Videos
oder Dias untermalten die interessanten Vorträge
aller Referenten. Zum Abschluss der beeindruckenden
Veranstaltung durften die Teilnehmer noch
einen Teil des Fuhrparks besichtigen, wobei
die Motorräder mit Videoausstattung besonderes
Interesse fanden
Bereichert
mit manch praktischem Tipp zum eigenen Fahrverhalten
und großem Respekt vor den Leistungen
der Polizeibeamten kehrten die Teilnehmer
des Freien-Wähler-Ausflugs noch in eine
Besenwirtschaft in der Region ein, um angeregt
die frisch erworbenen Eindrücke zu diskutieren.