›Stellungnahme
zum Gutachten von Intraplan Consult (3. Überarbeitung)
Lösungsvorschlag
für einen schienengebundenen ÖPNV zwischen
Hemmingen und Feuerbach
Nach Vorliegen der Gutachten von Intraplan Consult
hat sich ein Arbeitskreis "ÖPNV Strohgäu
Bus&Bahn" aus Mitgliedern der Lokalen Agendagruppe
1 "Lebenswertes Münchingen" bzw. der
Freien Wähler gebildet, um die Gutachten nochmals
zu analysieren.
Dabei wurde
festgestellt, dass die sogenannte "NE-Variante"
sehr fehlerhaft (bewusst oder unbewusst?) erarbeitet
wurde, und deshalb auch als scheinbar günstigstes
Betriebskonzept dargestellt wird.
Es wurden
schlichtweg die Kosten für das notwendige Begegnungsgleis
in Schwieberdingen (1,7 Mio. €) vergessen und
die Kosten eines zusätzlichen Schülerzugs
(2 Mio. €) wurden im 1. Gutachten nicht berechnet.
Die Sanierung
der Strecke Korntal - Heimerdingen erfuhr einen Kostensprung
von 11,8 Mio. € auf 17,7 Mio. €, wobei das
Gutachten feststellte, dass die Strecke bis nach Hemmingen
fast vollständig saniert wurde.
In der Woche
vom 25.01.10 bis 29.01.10 kam es zwangsweise zur zukünftigen
Umsteigesituation der NE-Variante in Korntal. Ein
kleiner Film wurde erstellt und auf Youtube eingestellt
(Strohgäubahn NE-Variante).
Den "Segen
dieses attraktiven Betriebskonzeptes" wird der
Bahnkunde mit Fernbleiben quittieren!
Erfahrungen
wurden schon in früheren Jahren gesammelt, als
die Strohgäubahn zwangsweise über einen
längeren Zeitraum in Korntal endete (S-Bahn-Neubau).
Damals verzeichnete man einen starken Anstieg der
Busfahrgäste durch Berufspendler.
Aber
die Schüler müssen fahren und die Eltern
können nur jeden Tag hoffen, dass ihren Kindern
auf dem sehr schmalen Bahnsteig nichts passiert!
Die wesentlich
attraktivere MIN-Variante (Hemmingen - Feuerbach)
wurde deshalb nicht weiter verfolgt, um die Schwierigkeiten,
die sich aus dem Betrieb der S-Bahn mit der Strohgäubahn
ergeben haben, kostengünstig zu beseitigen. Ein
eigener Bahnsteig in Zuffenhausen erwies als zu teuer
und deshalb nicht förderfähig.
Dem Arbeitskreis
gelang es über berufliche Beziehungen Kontakt
mit Mitarbeitern der DB Netz AG aufzunehmen. Gemeinsam
wurde eine Lösung erarbeitet (es fehlt lediglich
die offizielle Einholung einer Stellungnahme durch
die öffentliche Hand), die es ermöglicht
mit der Strohgäubahn auf das Hochbahngleis in
Zuffenhausen aufzufahren und den bestehenden Bahnsteig
zu nutzen. Dies minimiert mögliche Konfliktsituationen
mit dem S-Bahnbetrieb.
Ebenso kann
nachgewiesen werden, dass es möglich ist mit
2 Zügen einen 30-Minuten-Takt zwischen Hemmingen
und Feuerbach zu fahren. Dafür bedarf es eines
Begegnungsgleises in Korntal bei der Haltestelle Gymnasium.
Warum die
Strecke Hemmingen nach Heimerdingen saniert werden
soll verstehe wer will!
Der Gutachter
selbst prognostiziert mit 16 stündlich von und
nach Heimerdingen fahrenden Bussen ein Fahrgastaufkommen
von 250Personen, bei
84.000 Euro jährlichen Betriebskosten.
Das neue
Betriebskonzept mit 33 im 30-Minuten-Takt verkehrenden
Zugpaaren erreicht aufgrund der schlechteren Haltestellenlage
gerademal 230 Personen!
Gerademal
mit 8 zusätzlichen Fahrgästen täglich
errechnet das Gutachten die Steigerung gegenüber
der Analyse im Jahr 2003. In Zahlen von 160 Fahrgästen
auf 168 Fahrgästen! Seit Sommer 2009 werden aber
die Heimerdinger Hauptschüler nicht mehr nach
Hemmingen gebracht - eine Reduzierung von ca. 80 Personenfahrten!
Die Sanierung
der Strecke nach Heimerdingen kostet den Steuerzahler
ca. 10 Millionen Euro!
Wir
meinen Steuerverschwendung -Geld das an anderer Stelle
besser angebracht wäre!
Der Lösungsvorschlag (MIN-Plus-Variante) zeigt
aber auch, wie die Strohgäubahn weiter entwickelt
werden könnte. Eine Orientierung der Bahn hin
zur Bundesstraße 10 und weiter nach Vaihingen/Enz
- Bietigheim hätte einen weitaus ökonomischeren
und ökologischeren Nutzen. Nur wenn es gelingt,
die vielen Pendler von der Straße (sprich B10)
mit der Bahn abzuholen, kann der Feinstaubproblematik
in unserer Region den Kampf angesagt werden.
Dies gelingt
nicht, durch unsinnig viele Leerfahrten nach Heimerdingen!