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Die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler Remseck
hatte zum Meinungsaustausch in den „Palmengarten“
in Remseck-Aldingen eingeladen. Und rund zwanzig
Fraktionsvertreter aller von der Brückenplanung
direkt oder indirekt betroffenen Kommunen,
der beiden Kreistagsfraktionen und der Regionalfraktion
waren unter Führung ihrer Fraktionschefs
Heinz Kälberer (Region), Rainer Gessler
(Kreis Ludwigsburg), Alfred Blümle (Rems-Murr-Kreis),
Friedrich Kuhnle (Waiblingen), Ulrich Lenk (Fellbach),
Roland Glasbrenner (Ludwigsburg), Dieter Wanner
(Kornwestheim) und Gerhard Waldbauer (Remseck)
gekommen. Die Stuttgarter Freien Wähler
wurden von Stadtrat Stefan Palmer vertreten.
Erwartungsgemäß gab es eine teilweise
sehr kontroverse Diskussion, sind doch die Interessenlagen
der vertretenen Städte und Institutionen
unterschiedlich. Heinz Kälberer
konnte berichten, dass mit den Stimmen der Freien
Wähler im Planungsausschuss des Regionalparlaments
eine Mehrheit für die Brückenplanung
erreicht wurde. Er betonte, dass aus Sicht der
Region eine leistungsfähige Straßenverbindung
zwischen dem Raum Ludwigsburg/Kornwestheim im
Westen und dem Raum Waiblingen Fellbach im Osten
zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes unabdingbar
ist. Kälberer appellierte an die
anwesenden Stadträte: „Wenn es Ihnen
allerdings nicht gelingt, sich in der Raumschaft
zu einigen, dann stehen die Chancen schlecht,
dass der Bund eine solche Straße finanziert“.
Die Waiblinger Freien Wähler können
dem Bau der Brücke nur zustimmen, wenn
garantiert wird, dass die Straße -möglichst
auf der Linie des geplanten Nordostrings - weitergebaut
wird bis zur Waiblinger Westumfahrung und es
damit zu einer Entlastung für den Stadtteil
Hegnach kommt. Kuhnle: „Wir haben
in Hegnach heute schon die Verkehrsmengen erreicht,
die erst für 2010 prognstiziert waren,
und dazu kommen noch die Mautflüchtlinge.
Das ist für die Hegnacher heute schon ein
unzumutbarer Zustand“. Für
den Bau der Brücke als Einzelprojekt können
sich die Waiblinger nicht erwärmen.
Von einer ablehnenden Haltung aller politischen
Kräfte in Fellbach gegen die RP-Pläne
berichtete Ulrich Lenk. “Uns geht
es darum, unter allen Umständen eine Trasse
zu verhindern, die zur vierspurigen Autobahn
ausgebaut werden kann. Was auch wir wollen,
ist eine schnelle Verkehrsentlastung der Raumschaft
durch eine zweispurige Straße“.
Für die Ludwigsburger wäre naturgemäß
ein kompletter Nordostring die beste Lösung,
da er die meisten Entlastungseffekte bringt.
Auch eine zweispurige Lösung findet die
Zustimmung der Ludwigsburger Freien Wähler.
Roland Glasbrenner: „Die Friedrichstraße
in Ludwigsburg ist unter den Top Ten in Deutschland
bei der Feinstaubbelastung, da muss dringend
eine Entlastung geschaffen werden“.
Auch der Kornwestheimer Fraktionschef Dieter
Wanner hätte am liebsten den Nordostring
in einem Schritt, kann sich aber die Brücke
als erste Stufe gut vorstellen. „Kornwestheim
ist eingezwängt in ein Netz von Schienen
und Straßen, eine weitere Belastung der
Aldinger Straße können wir nicht
akzeptieren“. Der Stuttgarter
Stadtrat Stefan Palmer sprach sich dafür
aus, mit der Brücke kein Stückwerk
zu schaffen, sondern durchzubauen bis zu den
Bundesstraßen im Westen und im Osten.
„Nur so erfahren auch die nördlichen
Stuttgarter Stadtteile die dringend erforderliche
Verkehrsentlastung vom Lkw-Verkehr“, so
Palmer.
Für die Fraktion der Freien Wähler
im Ludwigsburger Kreistag konnte Rainer Gessler
mitteilen: „ Wir stimmen der Planung des
Regierungspräsidiums zu, wir wünschen
uns eine möglichst schnelle Realisierung“.
Sein Kollege im Kreisparlament des Rems-Murr-Kreises,
Alfred Blümle: „ Es ist ganz offenkundig,
dass Remseck vom Verkehr entlastet werden muss,
die Kommunen der Raumschaft müssen sich
zu einem Kompromiss durchringen“.
Für die gastgebende Remsecker Freie-Wähler-Fraktion
stellte Michael Hörr deren Position dar.
„ Wir wollen die Brücke,
wir wollen aber auch, dass möglichst schnell
zweispurig in Richtung Kornwestheim weitergebaut
wird. Deshalb lehnen wir auch Baumaßnahmen
an der Westtangente am Aldinger Ortsrand ab,
da diese die Ortslage zu stark belasten.“
Auch ein ortsnaher Brückenstandort kommt
für die Remsecker nicht in Betracht.
Der Remsecker Fraktionsvorsitzende Gerhard Waldbauer
stellte zusammenfassend fest, dass Konsens besteht
in dem Ziel, eine zweispurige Straße zu
bauen, dass allerdings nicht akzeptiert wird,
die Andriof-Brücke über längere
Zeit als Torso stehen zu lassen. Auch der vorgeschlagene
Brückenstandort scheint konsensfähig.
Er schlug vor: „ Lasst uns auf
die Bundespolitik zugehen und eine längsgeteilte
Dringlichkeit des Nordostrings vorschlagen.
Dann könnten zwei Spuren vordringlich gebaut,
die zwei weiteren Spuren blieben im sogenannten
„Weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes
eine Aufgabe für künftige Entscheidungsträger“.
Mit Ausnahme der Fellbacher Vertreter, die bei
dieser Linienführung den möglichen
Ausbau zur Autobahn befürchten, wäre
dieser Weg als gemeinsame Linie denkbar. Gleichwohl
betonte Lenk, dass auch Fellbach den Konsens
sucht.
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