"Die Planungshoheit unserer Gemeinde behalten"
Freie Wähler starten ins Kommunalwahljahr 2009
Die Weichen für einen optimalen Start in das Kommunalwahljahr 2009 stellten die Freien Wähler am Montag, 6. Oktober, in ihrer Mitgliederversammlung in den Weissacher Ratsstuben. Erfreut konnte Vorsitzender Wolfgang Gohl unter den Gästen, darunter Bürgermeisterin Ursula Kreutel, auch einige "neue Gesichter" interessierter Mitbürgerinnen und Mitbürger begrüßen.
Inhaltliche Schwerpunkte der Informations- und auch Diskussionsrunde waren die Parallelität der Fortschreibung des Regionalplanes 2020 und des Gemeindeentwicklungsplans Weissach 2025 sowie die Vorbereitung auf die Kommunalwahl.
Wolfgang Gohl (vorn) eröffnet die Versammlung
Reges Interesse an der Regionalplan-Karte
Für "einen Gemeindeentwicklungsplan nach eigenem Gusto" plädierte Wolfgang Gohl. Er hoffe, dass sich die erheblichen Unterschiede zwischen Region und Gemeinde unter einen Hut bringen lassen: Seien früher im Regionalplan noch weiße Stellen erkennbar gewesen, die Möglichkeiten für eine gemeindlich Eigenentwicklung offen ließen, sei bei dem jetzigen Entwurf, den der Regionalverband bis Mitte nächsten Jahres umsetzen lassen möchte, alles mit Grünzügen unterlegt.
"Wir werden gar nicht viel Möglichkeiten haben, uns weiter zu entwickelten", befürchtet Wolfgang Gohl.
"0,2 % pro Jahr, das sind 2 % Prozent in zehn Jahren, dass wären 150 Leute mehr und nicht mal 70 Häusle."
Vergleichsweise schilderte er die Entwicklung der Nachbargemeinde Mönsheim, die nicht zur Region Stuttgart gehöre und wo derzeit 60 000 m² Wald zum Opfer fallen sollen.
Auch der stellvertretende Bürgermeister Volker Kühnemann kritisierte diese Situation deutlich: "Wir sind eine Gemeinde an der Grenze des Regierungsbezirks Karlsruhe. Es kann nicht sein, dass drei Kilometer ganz anders geplant werden kann. Ich würde es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. In Baden und Württemberg, die ein Bundesland sind, sind beide Orte auch gleich zu behandeln."
Bürgermeisterin Ursula Kreutel (links) informiert
Bürgermeisterin Ursula Kreutel, einen Einblick in die Arbeit und Funktionsweise des Regionalparlamentes vermittelnd, brachte es auf den Punkt: "Wir wollen nicht alles zu betonieren, sondern nur unsere Planungshoheit behalten." Sie sehe Weissach tendenziell nicht über 10 000 Einwohner wachsen. "Derzeit sind wir bei 7 500 und werden uns etwa bei 8 500 bis 9 000 einpedeln", so Ursula Kreutel mit Blick auf den Gemeindeentwicklungsplan 2025.
Sie sei stolz und froh, in die Gemeindeenwicklungsplanung mit Beteiligung der Bevölkerung einsteigen zu können. Wohin die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde möchten,
werde die Auftaktveranstaltung am 12. November zeigen, wenn die Ergebnisse der Bürgerbefragung ausgewertet und vorgestellt werden. "Darauf bin ich sehr gespannt", bekannte Ursula Kreutel. Sie erwarte, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung groß sei, so dass "wir 2012 einen hieb- und stichfesten Flächennutzungsplan haben."
Gemeinderäte müssten langfristig und strategisch denken, schlussfolgerte die Bürgermeisterin mit Blick auf die Wahlen im Juni und warb: "Ich möchte jeden dazu animieren, aktiv mitzuarbeiten als Mitglied des Gemeinderates, in der 1. Reihe zu stehen und Verantwortung zu übernehmen, auch wenn man dafür verbal angeschossen werden kann."
Gemeinsam bildeten die Anwesenden aus ihrer Mitte einen Arbeitskreis, der in den kommenden Wochen die Werbekonzeption der Freien Wähler Weissach-Flacht für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 inhaltlich vorbereiten soll.