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Leben für die Ortskerne

Weissach Zwischen Hightech und Natur: Die Stadtplaner geben einen Zwischenstand zum Projekt Weissach 2025.

Von Peter Meuer, Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 01.07.2009

Auf der Leinwand im Saal der Weissacher Strudelbachhalle schimmern riesige Töpfe. "Wir bieten Ihnen heute aber keinen Kochkurs an", scherzen die Städteplaner Timo Buff und Thomas Sippel. Der Beamereinsatz ist symbolisch gemeint. Es geht um das Projekt Weissach 2025. In Arbeitskreisen und Diskussionen machen die Bürger seit vergangenem Jahr Stärken und Schwächen der beiden Teilorte Weissach und Flacht ausfindig.

Sie überlegen, wie sich die Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Hier eine Prise Verkehrskonzept, da ein Schuss Ortskernsanierung, dort ein Löffelchen Gewerbestrategie. Buff und Sippel begleiten diesen Prozess als Moderatoren. In die Strudelbachhalle sind sie am Montagabend gekommen, um einen Zwischenbericht vorzulegen. Die beiden Stuttgarter Stadtentwicklungsexperten arbeiten eng mit dem Weissacher Haus- und Hofplaner Manfred Mezger zusammen. Er hat dann auch die Ehre, mit dem "inhaltlichen Stand der Dinge" (Buff) in die Diskussion einzusteigen. "Sie wollen eine sensible Weiterentwicklung, sehen Ihren Strudelbach als Bindeglied der Gemeinden", wendet er sich an die Bürger im halbvollen Saal.

Mezger fasst die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung zusammen: "Die Landschaft soll ein Rahmen der Ortsentwicklung bleiben, die Ortsmitten Weissachs und Flachts wollen sie als lebendige Zentren mit Charakter etablieren." Denn da gebe es Nachholbedarf, wie die Planer aus Gesprächen mit den Bürgern erfahren haben. Als Stärken sehen die Weissacher und Flachter zwar die zentrale Lage und die historische Bausubstanz ihrer Ortskerne an. Aber belebter und grüner könnten diese werden. "Zudem gibt es leer stehende Häuser, so wie auch manche Gewerbegebiete brach liegen", ergänzt Mezger, "beispielsweise das Koch-Areal". Der Planer liest weitere Punkte von der Bürgerwunschliste vor: Angebote für Tagesausflüge und für Generationen übergreifendes Wohnen. Dann sind wieder Buff und Sippel an der Reihe. Ihre Aufgabe wird es in den nächsten Monaten sein, mit Rathaus und Gemeinderat die Wünsche und Anregungen der Bürger als Projekte aufzustellen.

"Das sind dann unsere Töpfe", lenkt Timo Buff die Aufmerksamkeit wieder auf das Beamerbild. Die Töpfe stünden für "Themenbereiche". Ein Beispiel sei die Ausarbeitung von Ideen, die schon in nächster Zeit umgesetzt werden könnten. Ein weiteres der Dialog mit Fachleuten, Gemeinderat, Verwaltung und Vereinen. Und auch die Bürgerbeteiligung soll in die nächste Rund gehen.

Zwölf neue Termine planen Sippel und Buff dafür derzeit. 2009 wollen sie mit den Weissachern und Flachtern noch darüber sprechen, wie der "öffentliche Raum fit gemacht werden kann", wie die Ortsdurchfahrten künftig aussehen könnten, welche zusätzlichen Erholungsangebote die Ortsteile aufwerten könnten. Auch das Thema Verkehr wollen die Planer nicht ausklammern. Wie der Ludwigsburger Verkehrsplaner Gunter Kölz als Gastreferent anmerkt, werden nämlich in den nächsten Jahren noch mehr Autos als bisher durch Weissach und Flacht brausen.

Selbst wenn man noch am Anfang stehe. Bürgermeisterin Ursula Kreutel merkt an: "Der Prozess Weissach 2025 wird weiter gehen. Zwei Ortsteile - eine Gemeinde."